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Schlafstörungen Sanfte Hilfe aus der Natur Entspannen, abschalten, besser schlafen: Mit pflanzlichen Mitteln finden Sie zurück zu einem erholsamen Schlaf Nacht für Nacht das selbe: Nach einem anstrengenden Tag wie gerädert ins Bett, Licht aus – und keine Ruhe finden. Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Ein- und Durchschlafstörungen, weil sie Alltagssorgen nicht abstreifen können oder vorübergehend unter starkem Stress stehen. In diesen Fällen bieten sich eine Reihe pflanzlicher Mittel an, die die Schlafbereitschaft fördern: mit Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume und Lavendel verhelfen sie zu innerer Ruhe und erholsamem Nachtschlaf. Sind Angstzustände und depressive Verstimmungen schuld an der Einschlaf-Misere, können Präparate mit Johanniskraut hilfreich sein. Baldrian, der Klassiker für alle Schlaflosen Die wohl bekannteste schlaffördernde Arzneipflanze ist der Baldrian. Sein Wurzelstock enthält Stoffe, die einen beruhigenden Einfluss auf unser zentrales Nervensystem haben. Baldrian wirkt bei nervösen Reizzuständen, mindert Herzklopfen und nervöse Störungen in den Wechseljahren. Die Heilkraft der Pflanze wird schon seit Jahrhunderten genutzt. Rätselhaft war lange Zeit, welche Inhaltsstoffe für die Wirkung verantwortlich sind. Heut weiß man, dass nicht eine Einzelsubstanz für die Wirkung zuständig ist, sondern der beruhigende Effekt durch das Zusammenspiel verschiedener Wirk- und Begleitstoffe im Pflanzenauszug zu Stande kommt. Baldrian ist in vielen Teemischungen enthalten, und es gibt verschiedene Fertigprodukte zum Einnehmen oder als Badezusatz für beruhigende Bäder. Zusätzliches Plus: Trotz seiner schlaffördernden und entspannenden Wirkung macht Baldrian tagsüber nicht müde. Das zeigt eine Untersuchung des TÜV Nordrhein-Westfalen. Pflanzenkraft in Koombination Auch Hopfen, Lavendel, Melisse oder Passionsblume wirken schlaffördernd, so dass eine arzneiliche Verwendung alleine oder in Kombination mit Baldrian sinnvoll ist. Die Hauptwirkstoffe im Hopfen sind Bitterstoffe, Flavonoide und ätherische Öle. Für Arzneipräparate werden die weiblichen Blütenstände, die Hopfenzapfen und die Drüsenschuppen verwendet. Die Pflanze dämpft nervöse Erregungszustände. Hopfen wird auch allein als Dragee und Tee angeboten, und getrocknete Hopfenzapfen haben sich als Füllung vom Schlummerkissen bewährt: Schon bei Körpertemperatur entweicht eine flüchtige Substanz namens Methyl-3-buten-2-ol. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass der Stoff beruhigend wirkt. Auch Lavendel beruhigt unser Nervenkostüm. Verantwortlich für die Wirkung ist das ätherische Öl der Blüten mit den Wirkstoffen Linalylacetat und Linalool. Lavendel kann man als Tee trinken. Mit einem Lavendelbad als Einschlafhilfe nutzt man nicht nur die beruhigende Wirkung der Heilpflanze, die Wärme entspannt noch zusätzlich. Bei der Melisse liegt die Wirkkraft in den Blättern. Mit modernen Untersuchungsmethoden konnte man nachweisen, dass das ätherische Öl der Melisse aus 72 Einzelstoffen besteht. Ob als Teemischung oder Dragee – im Vordergrund steht die beruhigende Wirkung der Pflanze. Entspannen, abschalten – besser schlafen Auch Ängste und depressive Verstimmungen beeinträchtigen die Nachtruhe. Pflanzliche Medikamente wirken bei leichteren Beschwerden stimmungsaufhellend und beruhigend und verhelfen auf diese Weise indirekt zu besserem Schlaf. Die bekannteste dieser Pflanzen ist wohl das gelb blühende Johanniskraut. Schon im 16. Jahrhundert setzte der Arzt und Forscher Paracelsus Extrakte der Pflanze bei Melancholie und Nervosiät ein. Heute ist die Wirkung von Johanniskraut gegen Angst und leichte bis mittelschwere Depressionen erwiesen, und Präparate auf Johanniskrautbasis finden in vielen Darreichungsformen (z.B. Kapseln, Tabletten, Dragees, Tropfen) bei depressiven Verstimmungen und Stimmungsschwankungen Anwendung. Johanniskraut hilft auch bei psychovegetativen Störungen, das heißt, wenn Angst und Unruhe negativ auf den Teil des Nervensystems einwirken, der die Funktion unserer inneren Organe steuert. Zu den psychovegetativen Störungen gehören zum Beispiel Herzbeschwerden ohne organische Ursache oder stressbedingte Verdauungsprobleme. Pflanzenhilfe erfordert mehr Zeit Die Naturapotheke hält also eine ganze Reihe von Möglichkeiten bereit für die, die nicht auf synthetische Schlafmittel zurückgreifen möchten. Doch eines sollten die Anwender unbedingt bedenken: Das Einschlafen können die Pflanzen nicht erzwingen, sondern nur fördern. Sie verhindern, dass der Patient durch Grübeln und Nachdenken über seine Sorgen wach gehalten wird, wenn er einmal nicht abschalten kann. Da die schlaffördernde Wirkung zudem manchmal erst nach einigen Wochen bemerkbar ist, sollte man auch etwas Geduld haben. Wenn Sie Fragen zur richtigen Dosierung und Dauer der Anwendung haben, dann wenden Sie sich an Ihren Apotheker. Er kann Ihnen wertvolle Tipps geben. Wenn die Schlafstörungen hartnäckig bestehen bleiben, dann sollten Sie auf jeden Fall einmal die Ursache vom Arzt abklären lassen. Denn manchmal steckt eine organische Erkrankung dahinter, die der gezielten Behandlung bedarf. |
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