Butter oder Margarine?

Über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Streichfette wird immer wieder diskutiert. Worauf kommt es bei Diabetes an?

Butter und Margarine sind hierzulande aus der Ernährung nicht wegzudenken. Immer wieder werden Diskussionen darüber geführt, welches wohl das "bessere" (will heißen: gesündere) Streichfett sei.

Suche nach preiswerterem Streichfett

Während die Butter dem Menschen als Fett aus der Milch schon seit sehr langer Zeit als Nahrungsfett dient, ist die Margarine erst vor etwa 150 Jahren entstanden: In Frankreich wurde die Entwicklung eines preiswerteren Streichfettes durch einen Wettbewerb gefördert. In Deutschland begann die Margarineherstellung in den 20er Jahren: Bereits im Jahr 1924 war der deutsche Markt für Margarine heiß umkämpft: Die beiden Marken "Rama" und "Schwan im Blauband" kämpften um die Verbrauchergunst.

Die erste Margarine wurde durch Ausschmelzen von Rindertalg hergestellt. Diese Anfangsprodukte haben jedoch mit den heute erhältlichen Margarinen nicht mehr viel gemein.

Verschiedene Buttertypen je nach Gusto

Butter wird aus Milch und Sahne hergestellt. Es gibt zwei Handelsklassen: Deutsche Markenbutter (höchste Qualitätsstufe) und Deutsche Molkereibutter. Die Unterschiede liegen unter anderm in Aussehen, Geruch, Geschmack und Streichfähigkeit. Je nach Säuregrad unterscheidet man in Süßrahmbutter, mildgesäuerte oder Sauerrahmbutter. Sie alle enthalten 82 Prozent Fett und maximal 16 Prozent Wasser. Das durch Ausschmelzen der Butter gewonnene Butterschmalz hat einen Fettgehalt von etwa 99 Prozent. Halbfettbutter besticht mit nur 40 Prozent Fett, enthält aber mehr Wasser, Emulgatoren und Konservierungsstoffe.

Streichbare Margarine aus flüssigem Öl

Margarine wird überwiegend aus pflanzlichen Ölen hergestellt, z.B. Sonnenblumenöl. Mischungen mit tierischen Fetten sind selten. Darüber hinaus sind Wasser, Emulgatoren, Vitamine, Aroma- und Farbstoffe enthalten. Margarine enthält 80 Prozent Fett und etwa 18 Prozent Wasser, Halbfettprodukte nur 40 Prozent Fett und einen besonders hohen Wasseranteil.

Bei der Herstellung werden ungesättigte Fettsäuren des Öls in gesättigte überführt, um den Schmelzpunkt heraufzusetzen – aus flüssigem Öl entsteht streichfähige Margarine.

Zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten

Die beiden Streichfett-Alternativen unterscheiden sich durch Geschmack und Inhaltsstoffe. Während der Energiegehalt bei Butter und Margarine vergleichbar ist, unterscheidet sich der Anteil an Fettsäuren und Cholesterin. Die Höhe des Fettgehaltes entscheidet mit für die Verwendungsmöglichkeit.

Welches Streichfett Sie wofür verwenden können:

als Streichfett: Butter, Margarine, Halbfettbutter, Halbfettmargarine

für Gemüse und Eintöpfe: Butter, Margarine

zu Fleisch oder Fisch: Kräuterbutter oder -margarine

zum Backen: Butter, Margarine, Butterschmalz

zum Braten: Margarine, Butterschmalz

Welche Wahl ist die richtige?

Die "richtige Wahl" ist eine individuelle Angelegenheit – mit einem allgemein gültigen Verbot oder Gebot ist hier keinem gedient. Auch die zahlreichen anderen Fettquellen in der täglichen Kost sollten hierbei berücksichtigt werden. Das Motto ist: wenig gesättigte Fettsäuren. Diese sind in vielen fetthaltigen Nahrungsmitteln enthalten, z.B. in Wurst, Käse, Fleisch, Schokolade, Speck, Sahne und in vielen mehr. Doch auch Butter und einige Margarinesorten enthalten viel gesättigte Fettsäuren.

Die Kennzeichnung auf der Packung hilft Ihnen bei der Auswahl: Margarinesorten mit mehr als 30 Gramm gesättigten Fettsäuren pro 100 Gramm bieten keinen Vorteil.

Ab und zu ist schon ein Butterbrot drin

Hier einige Tipps zum Umgang mit Streichfetten:

Verwenden Sie Streichfett sparsam.

Achten Sie aufs Etikett: Bevorzugen Sie Margarine-Sorten mit viel einfach und mehrfach gesättigten Fettsäuren.

Meiden Sie Butter und Margarine mit gehärteten Fetten.

Bei geschickter Auswahl von fettarmen Nahrungsmitteln, und wenn Sie zum Kochen und zur Zubereitung von Salaten Pflanzenfette benutzen, können Sie sich zum Frühstück ab und zu schon mal ein Butterbrötchen gönnen.

 

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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