Schluss mit Rauchen

Was Ihnen am besten hilft

In Ihrer Apotheke gibt es zahlreiche Mittel, die den Nikotinentzug erleichtern. Welches das richtige ist, hängt davon ab, warum und wie viel Sie geraucht haben

Pharmakologen haben nachgewiesen, wie wohltuend Nikotin auf die Seele wirkt: Es beruhigt bei Nervosität, in geselliger Runde hebt es die Stimmung, es steigert Aufmerksamkeit und Konzentration bei kniffligen Arbeiten. Klar, dass Raucher nur ungern auf den Stoff verzichten.

Entzugssymptome: Schwere Hürde für den Erfolg

Durch das Inhalieren beim Rauchen gelangt das Tabak-Alkaloid besonders schnell in den Körper, das Gehirn wird förmlich überschwemmt, was zu einem entsprechenden "Kick" führt. Nikotin verändert auf Dauer die Struktur der Gehirnzellen. Hat sich der Körper an die regelmäßige Nikotinzufuhr gewöhnt, rebelliert er, sobald die Dosis ausbleibt. Es gibt Entzugssymptome wie schlechte Stimmung, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme, weil sich der Gehirnstoffwechsel auf den Suchtstoff eingestellt hat.

Atemgifte und Krebserreger: etwa 4000 Substanzen stecken im Glimmstengel

Pro Jahr versuchen 35 Prozent der 24 Millionen Raucher aufzuhören. Mit gutem Grund: Neben dem Suchtstoff Nikotin inhaliert der Raucher etwa 4000 weitere Substanzen, darunter hochwirksame Atemgifte wie Cyanwasserstoff und Kohlenmonoxid sowie 50 Krebserreger, von denen Benz(a)pyren der wichtigste ist. Jährlich sterben in der Bundesrepublik 110.000 Menschen an den direkten Folgen des Zigarettenkonsums. Neun von zehn Lungenkrebs-Toten, fünf von sechs der Infarkttoten unter 60 sind Raucher. Obwohl Krebs- und Herz-Kreislauf-Risiko den meisten Rauchern bewusst sind, schaffen es nur wenige, aus eigener Kraft aufzuhören. Entzugssymptome sind ein wichtiger Grund. Sie können so schlimm sein, dass der Betreffende ohne psychologische Hilfe keine Chance hat, vom Glimmstengel loszukommen.

Nikotin-Ersatzmittel erleichtern den Entzug

Es gibt mehr als 90 wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass vorübergehend eingesetzte nikotinhaltige Arzneimittel die Erfolgsquote um mindestens 50 Prozent erhöhen, in manchen Fällen sogar verdoppeln. Diese Arzneimittel kommen nur in Ausnahmefällen nicht in Frage. Zum Beispiel nach einem Schlaganfall, bei Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und Herzrhythmusstörungen, bei hohem Blutdruck und Diabetes sollten Sie vorher den Arzt fragen.

Nikotinpflaster: Sie sind für die meisten am günstigsten. Sie lindern die Entzugssymptome, indem sie gleichmäßig eine geringe Menge Nikotin an den Körper abgeben und die wohltuende Wirkung einer Zigarette mindern. Der Kick ist dann nicht mehr so stark und macht es leichter, nach kleinen Rückfällen "clean" zu bleiben. Es gibt eine Reihe von Herstellern. Die einzelnen Präparate geben geringfügig unterschiedliche Mengen an Nikotin ab. Das Grundprinzip bei allen: Sie beginnen mit einer Stärke, die der Zahl der gerauchten Zigaretten entspricht. Wer täglich mehr als 20 Zigaretten geraucht hat, beginnt mit dem stärksten Pflaster. Nach vier bis sechs Wochen – auch das ist von Präparat zu Präparat unterschiedlich – klebt der Ex-Raucher ein Nikotinpflaster der nächstniedrigen Stärke, bis der Ausstieg nach längstens 18 Wochen geschafft ist.

Nikotinkaugummis: Für Raucher, die nur in bestimmten Situationen rauchen, etwa nach einem gemütlichen Essen. Wer mehr als 20 Zigaretten pro Tag konsumiert hat, sollte mit einem Kaugummi in höherer Stärke beginnen und nach vier bis sechs Wochen auf die geringere Stärke wechseln. Manche Hersteller empfehlen als Weg zur völligen Unabhängigkeit, den Kaugummi nach und nach durch normales Pfefferminzkaugummi oder ein Lutschbonbon zu ersetzen.

Nikotinnasenspray: Das Präparat gibt es nur auf Rezept, weil es erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist und noch keine Langzeiterfahrungen vorliegen. Das Spray ist in seiner Wirkung dem Kaugummi vergleichbar. Die Nikotinlösung wird nach dem Einsprühen sehr schnell über die Nasenschleimhaut aufgenommen, und dadurch tritt die schmerzlich vermisste intensive Nikotinwirkung ein. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob ein Nasenspray für Sie das Richtige ist.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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