Hausnotruf

Mit sicherem Gefühl in den eigenen 4 Wänden

Ausgelöst wird der Hausnotruf durch Knopfdruck auf einen kleinen Handsender, der um den Hals getragen werden kann und so jeder Zeit griffbereit ist. Einmal betätigt, informiert er die Helfer, die mit Wohnungsschlüssel zu Hilfe eilen

Es ist vier Uhr nachts, als der Hausnotruf des Ev. Johanneswerks ausgelöst wird. Während sich die gelernte Krankenschwester anzieht, gibt ihr der Mitarbeiter in der Notrufzentrale von Johanneswerk-inkontakt die notwendigen Infos: Name des Betroffenen, Adresse, was ist passiert, was gibt es hinsichtlich Krankheiten und Medikamenten zu beachten. In nur wenigen Minuten sitzt Christina Creutziger hinter dem Steuer und ist schnell vor Ort. Ein typischer Nachtdienst-Einsatz, denn der Hausnotruf bietet alten, kranken und behinderten Menschen Sicherheit rund um die Uhr. Die Sicherheit, dass ein Knopfdruck genügt, um im Notfall schnell Hilfe herbeizuholen.

Mit einem Knopfdruck in Kontakt

,,Die Gründe für einen Einsatz sind vielfältig", erzählt Creutziger. ,,Oftmals ist eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer vom Stuhl gerutscht oder aus dem Bett gefallen und kann sich nicht alleine helfen". Wenn es sich um die Anzeichen von gesundheitlichen Problemen handelt, wenn beispielsweise ein Herzinfarkt oder Schlaganfall vorliegen könnten, gilt es, erste Hilfe zu leisten und einen Notarzt zu rufen.

Ausgelöst wird der Hausnotruf durch Knopfdruck auf einen kleinen Handsender, der um den Hals getragen werden kann und so jeder Zeit griffbereit ist. Wenn der Notruf aktiviert ist, wird eine Verbindung zur rund um die Uhr besetzten Zentrale von Johanneswerk-inkontakt hergestellt. Hier laufen die Notrufe der mehr als 1.400 Teilnehmer aus ganz Westfalen zusammen. Von hier aus wird per Knopfdruck Sprechkontakt mit dem Teilnehmer hergestellt. Das geschieht über einen Lautsprecher, der an der Telefonleitung des Teilnehmers hängt und nur aktiviert werden kann, wenn der Alarm ausgelöst wurde. So kann erst einmal festgestellt werden, welcher Handlungsbedarf besteht. Dann werden von der Zentrale aus alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Wenn ein Einsatz für Christina Creutziger ansteht, wird gleichzeitig ein Taxidienst benachrichtigt, der mit dem Ev. Johanneswerk zusammenarbeitet. Der Taxifahrer bringt den Haustürschlüssel zum Einsatzort und hilft der Notruf-Mitarbeiterin, wenn notwendig, die Betroffenen hochzuheben oder Ähnliches.

Allein, aber mit gutem Gefühl

,,In manchen Nächten gibt es viel zu tun, dann wieder ist überhaupt nichts los", erzählt Creutziger, die in solch einer Nacht für die Rufbereitschaft der rund 740 Anschlüsse in Bielefeld zuständig ist. Vier Mal im Monat macht die 35-Jährige Nachtdienst für den Hausnotruf. Genau wie die anderen, die diese Aufgabe übernehmen, ist sie Mitarbeiterin der Diakoniestationen des Ev. Gemeindedienstes, die häusliche Kranken- und Altenpflege, Beratung und Betreuung in Bielefeld anbieten.

,,Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten müssen die Teilnehmer einmal täglich die Tagestaste betätigen, so dass wir wissen, dass alles in Ordnung ist. Wenn das nicht geschieht, fahren wir auch hin und sehen nach, ob alles in Ordnung ist", erklärt Creutziger. Und der Hausnotruf biete nicht nur den Aspekt der Sicherheit. Die Teilnehmer können über das Gerät zusätzlich einen Serviceruf aktivieren. Hier werden Dienstleistungen wie Fußpflege, Seniorenreisen oder Beratungen z.B. zur Pflegeversicherung vermittelt. ,,Das Angebot Hausnotruf ist eine wichtige Sache", betont Creutziger. ,,Es ermöglicht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, länger selbstständig in ihren eigenen vier Wänden zu leben".

Weitere Infos

Informationen zum Hausnotruf erhalten Sie unter

der Telefonnummer von inkontakt: 05 21/801-11 11

 

Das Ev. Johanneswerk e.V. ist einer der größten diakonischen Träger Europas mit Sitz in Bielefeld. Rund 6.000 Mitarbeiter sind in über 70 Einrichtungen tätig. Rund 37.000 Menschen nehmen jährlich diese Dienstleistungen in Anspruch.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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