Heilen mit Pflanzen

Natürliche Hilfe bei unreiner Haut

Mitesser und Pickel verderben nicht nur Jugendlichen die gute Laune – auch viele Frauen zwischen 20 und 40 Jahren schlagen sich damit herum. Milde Kosmetik auf pflanzlicher Basis bringt Linderung

Ursache für unreine Haut bei Teenagern ist die hormonelle Umstellung in der Pubertät. Viele werden das Problem aber auch später nicht einfach so los. In einer repräsentativen Umfrage des Emnid-Instituts gab jede dritte Frau zwischen 20 und 39 Jahren an, unter Mitessern und gelegentlichen Pickeln zu leiden.

Aus Mittessern kann Akne werden

Drei Faktoren spielen – die entsprechende Veranlagung vorausgesetzt – bei der Entstehung unreiner Haut zusammen:

Unter dem Einfluss männlicher Hormone verstärkt sich die Produktion der Talgdrüsen.

Gleichzeitig ist die Verhornung der Hautzellen im Bereich der Talgdrüsen gestört. Mikroskopisch kleine Hautschüppchen verstopfen die Poren, und der Talg staut sich. Wenn sich die kleinen Talgpfropfe an der Luft durch Oxidation dunkel verfärben, entstehen Mitesser oder Komedonen.

Die Talgpfropfe bieten ideale Wachstumsbedingungen für die Akne-typischen Propionibakterien. Wenn sie sich stark vermehren, entstehen entzündete Papeln und eitrige Pusteln.

Wie konsequente Pflege und Spezialkosmetik unreine Haut bessert

Die richtige Pflege bei unreiner Haut soll die übermäßige Talgproduktion der Drüsen normalisieren, der übermäßigen Verhornung entgegenwirken und das Wachstum der Bakterien hemmen. Viele Kosmetika enthalten zu diesem Zweck pflanzliche Zusätze, wie regulierende Hamamelis, desinfizierendes Teebaumöl oder stimulierende Fruchtsäuren. Obwohl unreine Haut in der Regel auch fettig ist, bekommen ihr stark austrocknende Kosmetika allerdings nicht, da sie die entzündete, empfindliche Haut nur zusätzlich reizen.

Akne gehört in hautärztliche Behandlung

Bilden sich nicht nur vereinzelt entzündete Papeln und Pusteln, sondern tritt eine Akne auf, reicht die Selbsthilfe nicht mehr. Dann sollte der Hautarzt aufgesucht werden.

Das können Sie tun:

Geduld ist beim Pflegeprogramm allerdings gefragt. Bis sich sichtbare Veränderungen einstellen, vergehen in der Regel einige Wochen.

Milde Reinigung – den Säureschutzmantel nicht zerstören

Seifenfreie Waschgels und -cremes oder Syndets erhalten den natürlichen Säureschutzmantel der Haut, der das richtige Milieu für hautschützende Mikroben schafft und das Wachstum der Aknebakterien hemmt.

Thermalwasser sowie Auszüge aus Kamille und Ringelblume beruhigen die gereizte Haut. Hamamelis strafft und verfeinert das Hautbild.

Wichtig: zur Reinigung lauwarmes Wasser verwenden.

Bei entzündeten Pickeln auf Handtuch und Waschlappen verzichten. Zum Abtrockenen am besten Küchenkrepp flach auf die Haut drücken.

Leichte Öle bei fettiger Haut

Die meisten Kosmetikhersteller setzen für die Pflege der fettigen, unreinen Haut auf ölfreie Gele und Emulsionen. Daneben gibt es aber auch ausgesprochene Gesichtsöle. Die leichten Öle – etwa aus Mandeln oder Reiskeimen – sollen verhindern, dass die Talgdrüsen auf den Fettentzug mit verstärkter Eigenproduktion reagieren. Geeignete Zusätze sind entzündungshemmende Kamille, desinfizierender Schachtelhalm, straffende Hamamelis sowie durchblutungsfördernder Rosmarin. Teebaum- und Neemöl wirken antibakteriell und können Pickeln vorbeugen.

Gut vorbereitet – das Gesichtsdampfbad

Nach einem Gesichtsdampfbad lassen sich Mitesser schonend entfernen: Heißes Wasser in eine Schüssel geben, Kamillenextrakt oder zwei bis drei Tropfen ätherisches Öl von desinfizierendem Salbei, Rosmarin, Lavendel oder einen Fertigzusatz für unreine Haut zugeben; den Kopf mit einem Handtuch abdecken und das Gesicht zehn Minuten über den Dampf halten. Danach Finger mit einem Kosmetiktuch umwickeln und die Komedonen durch vorsichtigen Zug entleeren. Die Selbsthilfe empfiehlt sich allerdings nur, wenn die Unreinheiten nicht entzündet sind. Bei der Neigung zu Pickeln oder bestehender Akne sollte eine Kosmetikerin die Tiefenreinigung vornehmen.

Stifte – Desinfizieren statt Drücken

An Pickeln nicht herumdrücken. Das kann im Gesichtsbereich zu gefährlichen Infektionen führen und zudem das Hautbild verschlechtern. Unter dem Druck entleert sich der eitrige Inhalt ins umliegende Gewebe. Die Entzündung kann sich ausbreiten. Ein solcher Defekt lässt häufig Narben zurück. Ohne Manipulationen trocknet der Pickel nach wenigen Tagen ein und heilt meist folgenlos ab. Desinfizierende Stifte, zum Beispiel mit Teebaum, beschleunigen den Prozess.

Porenöffner: Fruchtsäure-Masken

Masken mit Fruchtsäuren lösen abgestorbene Hautschüppchen sanft und können verstopfte Poren wieder öffnen.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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