Salbei

Sanft und vielseitig

Salbei lindert Entzündungen in Mund und Rachen und hilft gegen starkes Schwitzen. Mit Tipps zur Teezubereitung

In der Toskana liebt man weiße Bohnen. Und das beliebteste Gewürz dazu ist Salbei. Die toskanische Hausfrau weiß, warum. Salbei macht das Bohnengericht leichter verdaulich, sein ätherisches Öl wirkt krampflösend. Doch die Heilpflanze kann noch viel mehr.

Racheninfekte: Salbei unterdrückt Bakterien

Das ätherische Öl der Heilpflanze tötet Krankheitserreger ab oder verhindert deren Vermehrung, so dass die körpereigene Abwehr sie leichter vernichten kann. Außerdem enthält Salbei Gerbstoffe. Diese Substanzen verändern Eiweiße. Das hat bei einer entzündeten Schleimhaut verschiedene Effekte: Die Bakterien und Viren werden abgetötet, weil sich die Eiweiße auf ihrer Oberfläche so verändern, dass sie nicht mehr lebensfähig sind. Außerdem verringern die Gerbstoffe die Empfindlichkeit der entzündeten Schleimhaut und fördern die Heilung, weil sie für einen oberflächlichen Wundverschluss sorgen. Das pelzige Gefühl, das nach der Einnahme von Salbei auftritt, wird durch die Gerbstoffe ausgelöst. Der Fachmann spricht von adstringierender Wirkung. Ätherisches Öl und Gerbstoffe lindern Halsschmerzen und fördern die Heilung bei Wunden und Entzündungen der Mundhöhle. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Salbei bei entsprechenden Beschwerden einzusetzen:

Tee: Salbeitee aus der Apotheke besitzt einen genau definierten Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen

Tinktur: Alkoholische Auszüge mit Salbei werden ebenfalls bei Entzündungen von Mundschleimhaut und Zahnfleisch angewendet, und zwar entweder unverdünnt als Pinselung oder in verdünnter Form zu Spülungen und zum Gurgeln. Solche Tinkturen enthalten Salbei alleine oder zusätzlich Auszüge aus Thymian, Kamille oder Nelken

Mundgel: Bei umschriebenen Entzündungen oder schmerzhaften Prothesen-Druckstellen haben sich Mundgele mit Salbei-Extrakt bewährt, weil sie gut an der wunden Stelle haften

Lutschpastillen: Ideal gegen Halsweh wirken Lutschpastillen auf Salbeibasis. Sie enthalten alle Wirkstoffe der Heilpflanze. Zusätzlich regt das Lutschen die Bildung von Speichel an. Und auf einer feuchten, gut durchbluteten Mundschleimhaut kann das Immunsystem die Krankheitserreger besser bekämpfen.

Zahncreme: Ab 40 gehen durch Zahnfleischentzündungen mehr Zähne verloren als durch Karies. Zahncremes mit Salbei und anderen Heilpflanzen wie Kamille, Myrrhe oder Ratanhiawurzel können der Zahnfleischentzündung entgegenwirken

Das Hausmittel gegen übermäßiges Schwitzen

Während genau bekannt ist, welche Inhaltsstoffe für die segensreiche Wirkung bei Entzündungen in Mund und Rachen verantwortlich sind, gibt es noch keine eindeutige wissenschaftliche Begründung, warum Salbei-Extrakt gegen übermäßiges Schwitzen hilft. Dass er wirkt, konnten mehrere Studien zeigen. Das gilt für das anlagebedingte erbliche Schwitzen, aber auch für Schweißausbrüche, die als Folge der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren entstehen. Als wirksam haben sich Salbeitee, Fertigpräparate mit Salbei-Trockenextrakt sowie Kapseln mit Salbeiöl erwiesen.

Vorsicht: Salbei ist bei akuten Beschwerden ein zuverlässiges Mittel. Allerdings sollte niemand das reine ätherische Öl oder alkoholische Extrakte über einen längeren Zeitraum, etwa über mehrere Monate, regelmäßig verwenden. Chronische Verdauungsbeschwerden, ebenso wie Entzündungen der Mundschleimhaut, die immer wiederkommen, sollten in jedem Fall vom Arzt abgeklärt werden. Auch sind das ätherische Öl und alkoholische Extrakte nicht für Schwangere geeignet.

Tip: Wie Sie Salbeitee richtig zubereiten

Die Zubereitung des Salbeitees richtet sich nach Ihren Beschwerden, und ob Sie ihn gurgeln oder trinken wollen.

Zum Gurgeln oder für Mundspülungen: Ein bis zwei Teelöffel fein geschnittene Salbeiblätter mit siedendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Gurgeln können Sie ihn am besten lauwarm.

Zum Trinken:

Gegen Magen-Darm-Beschwerden: Wenn Sie sich einen Salbeitee gegen Magen-Darm-Beschwerden zubereiten, dann genügt ein Teelöffel. Mit siedendem Wasser übergießen, diesmal aber nur fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen. Denn je länger der Aufguss zieht, desto mehr Gerbstoffe enthält er. Bei Mundschleimhaut- oder Halsentzündungen sind die Gerbstoffe erwünscht, weil sie zur Wirkung beitragen. Gerbstoffe können aber die Magenschleimhaut reizen, deshalb sollte ein Tee gegen Verdauungsbeschwerden möglichst wenig davon enthalten.

Gegen Schwitzen: Wenn Sie Salbeitee gegen Hitzewallungen oder übermäßiges Schwitzen trinken wollen, bereiten Sie Ihn so zu wie den Gurgeltee. Wichtig: Vor dem Trinken auf Raumtemperatur abkühlen lassen, da das Trinken von heißer Flüssigkeit die Schweißbildung anregen kann.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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