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Sommergefahr Lebensmittelinfektion
Wie Sie sich vor Salmonellen schützen
Im Sommer haben Lebensmittelinfektionen Hochkonjunktur. Mit einfachen Tricks beim Einkaufen, Zubereiten und Lagern von Lebensmitteln können Sie das Risiko senken
Nur Dauerkonserven sind keimfrei – doch wer will sich schon ausschließlich von Dosenfutter ernähren? Alle frischen Lebensmittel können neben erwünschten Bakterien (wie z.B. Milchsäure oder Kulturschimmel) auch Krankheitserreger beherbergen. Außer Salmonellen sind EHEC-Bakterien und Campylobacter die häufigsten Verursacher für Durchfallerkrankungen durch verunreinigte Lebensmittel. Gefahren gehen besonders von rohem und ungenügend erhitztem Fleisch aus, von Geflügel, Eiern, Rohmilchprodukten und Rohei-haltigen Zubereitungen wie Mayonnaise, Cremes und Eis.
Keime vermehren sich bei Hitze explosionsartig
Warum Lebensmittelinfektionen gehäuft im Sommer auftreten, hat einen einfachen Grund: Die Keime lieben Temperaturen zwischen zehn und fünfzig Grad und vermehren sich dabei geradezu explosionsartig. Aber auch mangelnde Hygiene in der Küche gibt den Krankheitserregern die Chance, zum Beispiel auf Gemüse und Obst auszuwandern, das roh gegessen wird. Infiziert man sich damit, können heftige Durchfallerkrankungen die Folge sein, die oft mit Fieber und Erbrechen einhergehen. Sie können für Kinder, alte und abwehrgeschwächte Menschen sogar gefährlich werden.
Das Risiko einer Infektion können Sie umgehen, wenn Sie beim Einkauf, beim Zubereiten und Lagern von Lebensmitteln Folgendes beachten:
Tipps zu Einkauf & Zubereitung:
Worauf Sie beim Einkaufen achten sollten:
- Da pasteurisierte Milch und Milchprodukte sicherer sind als Rohmilchprodukte, sollten Sie ihnen den Vorzug geben.
- Achten Sie bei Geflügel, Fleisch, Fisch und Milchprodukten aufs Verfallsdatum und auf unversehrte Verpackung, damit sie nicht mit anderen Lebensmitteln in direkten Kontakt kommen.
- Eier sollten unbedingt sauber sein und die Schalen unbeschädigt, so dass Keime nicht ins Innere gelangen können.
- Transportieren Sie solche kritischen Lebensmittel möglichst in einer Kühltasche/-box nach Hause, wenn Sie länger als eine halbe Stunde unterwegs sind, denn im Kofferraum des Autos wird es schnell wärmer als Zimmertemperatur.
- Bei Küchenarbeiten können Bakterien von Lebensmitteln und von den Händen über Schneidbretter, Besteck, Gerätschaften und Arbeitsflächen übertragen werden. Dagegen ist Sauberkeit der beste Schutz:
- Reinigen Sie Ihre Hände, bevor Sie Speisen zubereiten. Nachdem Sie mit rohem Fleisch, Fisch, Geflügel hantiert oder Eier aufgeschlagen haben, waschen Sie Hände und alle benutzten Gerätschaften mit heißem Wasser und Spülmittel.
- Auftauflüssigkeit und Fleischsaft dürfen nicht mit Salat oder bereits gegarten und verzehrfertigen Speisen in Berührung kommen. Das können Sie vermeiden, wenn Sie vertropfte Flüssigkeit auf der Arbeitsplatte mit Einwegküchentüchern aufwischen und die Fläche mit Spülmittel und heißem Wasser reinigen.
- Günstig ist es auch, wenn Sie für Fleisch und rohes Gemüse grundsätzlich verschiedene Schneidbretter verwenden.
- Da die Schnittflächen von zerkleinertem Gemüse und Salat den Bakterien einen guten Nährboden bieten, sollten Sie diese gleich verarbeiten, oder luftdicht verpackt in den Kühlschrank geben.
- Tipps zum Kochen & Reste aufbewahren:
- Eine Kerntemperatur von 70 bis 80°C im Inneren des Fleisches für die Dauer von mindestens zehn Minuten tötet die Bakterien zuverlässig ab. Deshalb sollten Fleisch und Geflügel immer völlig durchgebraten oder gegart werden. Ist ein gebratenes Hähnchen noch rötlich am Knochen, muss es unbedingt noch mal in den Backofen.
- Auch Spiegel- und Rühreier werden am besten durchgebraten, und Frühstückseier, die mindestens fünf bis sechs Minuten gekocht wurden, können Sie ohne Bedenken genießen.
- Wenn Sie fertige Speisen nicht gleich ganz essen, dann nehmen Sie sich die gewünschte Portion auf den Teller und geben den Rest gleich in den Kühlschrank.
- Speisereste, die Sie in der Mikrowelle aufwärmen, müssen gleichmäßig durcherhitzt und noch einmal aufgekocht werden.
- Wenn Lebensmittel länger als zwei Stunden bei Zimmertemperatur herumstehen, entwickeln sich so viele Keime, dass es leicht zu einer Infektion kommt. Deshalb sollten Speisen immer rasch verarbeitet, gekühlt oder eingefroren werden. Das gilt ganz besonders für rohes Hackfleisch.
- Achten Sie darauf, dass es in Ihrem Kühlschrank auch an heißen Sommertagen nicht wärmer als 8°C wird, und dass das Thermometer in der Tiefkühltruhe immer mindestens –18°C anzeigt. Keime überleben auch Minusgrade, deshalb Aufgetautes nicht wieder einfrieren.
- Da Krankheitserreger auch durch Fliegen oder andere Insekten übertragen werden können, sollten auch ungekühlte Lebensmittel in geschlossenen Behältern oder zumindest immer abgedeckt aufbewahrt werden.
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