Urlaub

Reisen für Herz und Kreislauf

Viele chronisch Herz-Kreislaufkranke wissen nicht, ob sie sich die Belastung eines Urlaubs noch zumuten können. Können sie! Denn für sie gibt es spezielle Herzreisen, die neben dem Erleben von Kultur und Erholung die Lebensqualität wieder deutlich steigern können

Weil sie befürchten, sich im Notfall nicht helfen zu können, verzichten viele Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen lieber ganz auf das Reisen. Doch wer möchte schon gerne auf den Urlaub verzichten?

Dabei können auch Herzkranke verreisen und sich dabei wohl fühlen, weil sie wissen, dass ein Arzt immer in Reichweite ist. In guten Händen wissen sich zum Beispiel Kunden eines Kölner Reiseveranstalters, der mit der Deutschen Herzstiftung zusammenarbeitet. Ereignet sich bei einer der Reisen doch mal ein Notfall, stehen die Retter mit EKG-Gerät, Medikamenten und Defibrillator (ein Gerät, mit dem lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen behandelt werden können) parat. Die Ausrüstung wird auch auf Ausflügen mitgeführt. Sie kommt aber nach Aussagen des Veranstalters nur selten zum Einsatz.

"Die Teilnehmer können selbst recht gut einschätzen, welche Belastungen sie sich unterwegs zumuten können und welche nicht." Erste Priorität habe der Spaß am Reisen. Dazu kämen Sicherheit und das Gefühl, unterwegs und vor allem im Ausland gut betreut zu sein. Die Hamburger Organisation Herz InForm bietet in Zusammenarbeit mit einem Reisebüro anspruchsvolle Kultur-und Erlebnisreisen an, bei denen auch gesunde Angehörige mitfahren können. In den Reisezeiten Frühjahr und Herbst geht es hier in milde, sonnige Länder rund um das Mittelmeer, wobei darauf geachtet wird, dass die Flugdauer maximal vier Stunden beträgt.

Die Entscheidung, ob ein Patient mitreisen kann, wird anhand eines vorher eingereichten Fragebogens vom Arzt überprüft. Zum Programm gehören das tägliche Bewegungs- und Entspannungsangebot, Ausflüge, Wanderungen und Besichtigungen sowie abendliche Seminare zu Themen wie Bluthochdruck, gesunde Ernährung und die Bedeutung von Stress und Bewegung. Einen Gruppenzwang gibt es nicht, denn alle Angebote während der Reisen sind freiwillig und werden immer wieder durch Ruhetage ergänzt. Den Gewinn einer solchen Herzreise für chronisch Kranke sieht Prof. Dr. med. Krasemann ganz eindeutig: ,,Die Bewältigung der angebotenen Aktivitäten in einer fröhlichen Gemeinschaft ist ein Test für den einzelnen Teilnehmer, wie er sich in Zukunft wieder belasten kann. Die Angst vor Belastungen ohne ärztliche Sicherheit wird langsam wieder vermindert. Den Erfolg erleben wir nicht selten, indem uns Patienten sagen, dass sie nun auch wieder alleine verreisen können, weil sie gelernt haben, besser mit ihrer Krankheit umzugehen und wissen, was sie sich zumuten können". Vor allem die allgemeine Lebensqualität und die gesundheitliche Befindlichkeit sei für viele Patienten nach einer solchen Reise deutlich verbessert.

Ansprechpartner:

Herz InForm
Arbeitsgemeinschaft Herz-Kreislauf Hamburg
Heinrich-Hertz-Straße 121
22083 Hamburg
Tel.: 040/22 80 23 64

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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