Wärmegewitter

Richtig verhalten bei Blitz und Donnergrollen

Um vor Blitzschlägen sicher zu sein, legten sich die alten Römer bei einem herannahhenden Gewitter vorsorglich ein Seehundfell um oder trugen gewissenhaft ihren schützenden Lorbeerkranz. Wir haben ein paar aktuellere und wirksamere Vorschläge, wie Sie sich vor Gewittern schützen können

Mehr als acht Millionen Blitze treffen unseren Globus jeden Tag, an immerhin etwa 30 Tagen im Jahr blitzt und donnert es in Deutschland – im Süden öfter als im Norden. Besonders häufig sind Gewitter in den Monaten Juli und August. Starke Aufwinde wirbeln Teilchen durch die Gewitterwolke. Sie prallen zusammen und laden sich positiv und negativ auf. Es entsteht ein Spannungsfeld, das sich schließlich in einem gewaltigen "Kurzschluss" entlädt.

Schwüle Hitze setzt dem Kreislauf zu

Gewitter entstehen vor allem an schwülwarmen Tagen, an denen wetterfühlige Menschen ohnehin zu leiden haben: Feuchte, drückende Hitze kann bei ihnen zu Kopfschmerzen, Migräneattacken, Konzentrations- und Schlafstörungen, Reizbarkeit oder Kreislaufproblemen führen. Wetterfühlige und Menschen mit labilem Kreislauf sollten an schwülwarmen Tagen – ganz gleich, ob mit oder ohne Gewitter – größere Anstrengungen meiden. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch das Gewitter selbst eine Belastung bedeutet: Bei Gewitterlagen ist die Luft mit elektrischen Ladungsteilchen übersättigt. Sie könnten dazu führen, dass im Gehirn verstärkt bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet werden, die das Befinden ungünstig beeinflussen – so die Vermutung.

Entfernung zum Gewitter abschätzen

An Tagen mit Gewitterneigung empfiehlt es sich, hin und wieder einen Blick zum Himmel zu werfen. Wenn die Wolken immer mächtiger werden, wie ein großer Blumenkohl oder Zuckerwatte aussehen und sich am Oberrand zu einem breiten, ausfasernden "Amboss" verformen, sollten Sie sich allmählich nach einen geschützten Aufenthaltsort umsehen. Wie weit das Gewitterzentrum vom eigenen Standort entfernt ist, lässt sich schätzen: Sobald Sie den Blitz sehen, fangen Sie an die Sekunden zu zählen bis Sie den Donner hören. Jede Sekunde entspricht etwa 300 Meter. Je näher das Gewitter rückt, desto eher sollten Sie sich in Sicherheit bringen.

Nicht unter einen Baum stellen

Gefährlich sind Hügelspitzen, ausgesetzte freie Flächen und Metallzäune. Suchen Sie auch nie Schutz unter einzelnen freistehenden Bäumen. Sicherer ist es mitten in einem Wald (nicht am Waldrand!). Ist ein Wald nicht so schnell zu erreichen, hocken Sie sich in eine – möglichst nicht vom Regen überschwemmte – Vertiefung und senken den Kopf. Schlingen Sie die Arme um die Beine und stellen Sie die Füße dicht nebeneinander. Sie sollten sich nicht flach auf den Boden legen, den Boden nicht mit den Händen berühren. Legen Sie Metallgegenstände ab. Selbstverständlich sollten Sie auch keinen Schirm in der Hand halten, da das Metall eine Blitzentladung anziehen kann.

Geschützt im Auto

In einem Metallauto sind Sie vor einem Blitzschlag relativ sicher, wenn Fenster und Türen geschlossen sind. Das Auto wirkt wie ein Käfig, der den Innenraum abschirmt. Vorsicht: Kein Metallteil berühren. Falls ein Blitz in Ihr Auto eingeschlagen hat, sollten Sie es auf jeden Fall in einer Werkstatt überprüfen lassen: Reifen und Elektronik könnten Schaden genommen haben.

Besonders gefährlich: Wasser

Für Badende oder Wassersportler sind Gewitter besonders gefährlich. Verlassen Sie so schnell wie möglich das Wasser, wenn ein Gewitter im Anzug ist.

Im Haus lieber kein Vollbad nehmen

Häuser sind in der Regel geerdet, so dass Sie in den eigenen vier Wänden sicher sind. Fenster schließen, keine elektrischen Geräte benutzen und nicht baden – Blitze können auch in elektrische Leitungen und Wasserrohre einschlagen. Ziehen Sie besser auch den Antennenstecker von Fernsehgerät und Radio.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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