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Phytopharmaka Heilkraft und Faszination der Pflanzen Pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) erleben derzeit einen Boom: Immer mehr Bundesbürger geben ihnen den Vorzug vor Medikamenten aus synthetischen Wirkstoffen. Dabei geht es hier längst nicht mehr um traditionelle Hausmittel, wie etwa den Salbeitee. Was erforscht wird sind hochmoderne und kompliziert getestete Phytopharmaka Pflanzenkraft aus dem Labor Schon jedes vierte Präparat, das in Deutschland über Rezept in den Apotheken verkauft wird, ist ein pflanzliches Arzneimittel. Dabei geht es nicht nur um die Verabreichung von Heilpflanzen und Kräuterextrakten. Unsere bekannten Heilpflanzen gehören zu den "traditionellen Zubereitungen". Doch zwischen Phytopharmaka und den guten, alten und auch immer noch wirksamen traditionellen Zubereitungen bestehen längst grundlegende Unterschiede. Das gilt nicht nur für die Anforderungen, denen sich Phytopharmaka stellen müssen, sondern vor allem auch für das Herstellungsverfahren. Moderne Phytopharmaka sind Arzneimittel, deren Wirksamkeit durch klinische Studien überprüft und belegt werden muss. Will ein pflanzliches Medikament die Zulassung auf dem Markt erhalten, so muss es seine Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit vorweisen können. Dabei ist gerade die Überprüfung der Wirksamkeit aufgrund der zahlreichen Inhaltsstoffe einer Pflanze und unterschiedlichster Konzentrationen gar nicht so einfach. Geheimnisse einer Pflanze Pflanzliche Medikamente enthalten nicht nur einen einzigen Inhaltsstoff. Meist sind gleich mehrere Substanzen enthalten, auch wenn sie aus ein und derselben Pflanze gewonnen wurden. Je nach Herstellungsverfahren ergeben sich dadurch Zubereitungen mit unterschiedlichen Konzentrationen der einzelnen Inhaltsstoffe. Jeder aus einer Pflanze hergestellte Extrakt ist somit ein Unikat. So sind auch unterschiedlich hergestellte Extrakte einer Pflanze nicht identisch und der Nachweis der Wirksamkeit kann sich nur auf das jeweils untersuchte Extrakt beziehen. Eine komplizierte Sache, die sich jedoch lohnt, denn zahlreiche Punkte sprechen für die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel: Überzeugende Wirksamkeit Klinische Studien konnten die hohe Wirksamkeit von pflanzlichen Arzneimitteln belegen. Auch die Praxis zeigt, dass bestimmte Pflanzenpräparate den chemisch-synthetischen Präparaten in der Wirkung um nichts nachstehen. Bekannte Beispiele sind etwa die Johanniskraut- und Ginkgo-Präparate. Gute Verträglichkeit Gerade in der Verträglichkeit schneiden pflanzliche Präparate besonders gut ab, denn sie sind den synthetischen Präparaten in diesem Punkt oft überlegen. Nebenwirkungen treten höchst selten auf. Gleiches gilt für Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Der Nutzen einer geplanten medikamentösen Behandlung liegt dadurch weit höher als ein zu befürchtendes Risiko in der Behandlung. Freundlich auch zum Geldbeutel Phytopharmaka sind in den meisten Fällen wesentlich preiswerter als Präparate mit chemisch-synthetischen Wirkstoffen. |
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