Intensiv-Pflege

Kosmetik für den Schönheitsschlaf

Während Sie friedlich schlummern, bügelt Ihre Haut die Schäden des Tages aus. Pflegestoffe, die diese Nachtarbeit unterstützen, kommen da gerade recht. Tipps, was Ihnen im Schlaf zu schöner Haut verhilft.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht – darauf haben sich auch Hersteller von Hautpflegeprodukten eingestellt. Kaum eine Firma, die in ihrem Pflegeprogramm nicht auch eine Nachtcreme anbietet. Aber was ist das Besondere daran, und warum braucht die Haut in der Nacht überhaupt eine Creme? Um stets glatt, geschmeidig und straff zu bleiben, muss sich die Haut ständig erneuern. Die Regeneration läuft vor allem nachts auf vollen Touren. Am Tage ist die Haut überwiegend damit beschäftigt, ihre Schutzfunktion auszuüben, den Hydrolipidfilm zu erneuern, die Quellfähigkeit der Hornschicht zu erhalten und sich gegen Einflüsse zu wappnen, die von außen auf sie einströmen.

Der Biorhythmus der Haut

In der Nacht dagegen steht Erneuerung auf dem Programm: Zellschäden, wie sie etwa durch die UV-Strahlung entstehen, werden repariert, die Durchblutung und die Versorgung mit Nährstoffen sind deutlich höher als am Tage. Neue Studien, die kürzlich im Journal of Investigative Dermatology veröffentlicht wurden, zeigen, wie sich die Hautfunktionen im Tagesverlauf verändern. Die feinsten Gefäße der Haut sind gegen 23 Uhr am besten durchblutet. Die Teilung der Hautzellen erreicht gegen ein Uhr nachts einen Spitzenwert. Gegen vier Uhr morgens können sowohl wasserlösliche als auch fettlösliche Substanzen am besten die Haut durchdringen.

Die richtige Nachtpflege für jeden Hautzustand

Es ist also durchaus sinnvoll, nach der abendlichen Reinigung des Gesichts eine spezielle Creme für die Nacht aufzutragen, vor allem wenn Sie älter als 20 Jahre sind. Genauso wie die Tagescreme sollte auch die Intensiv-Pflege für die Nacht auf den individuellen Hautzustand abgestimmt sein. So braucht trockene Haut viel mehr Fett als fettige Haut und die Nachtcreme darf reichlich davon enthalten. Die Wirkung von Nachtcremes für trockene Haut, die auch als Aufbau-, Regenerations- oder Nährcreme bezeichnet werden, beruht unter anderem darauf, dass sie einen dünnen Fettfilm auf der Haut bilden, der die Verdunstung von Feuchtigkeit aus der Haut verzögert. Die Hornschicht quillt auf, wirkt straffer und rosiger. Wer fettige Haut hat, braucht dagegen eine Feuchtigkeitscreme, die die Haut pflegt, aber nicht zu fett ist. Mischhaut ist an den trockenen Partien dankbar für fetthaltige Nachtcreme, die fetten Partien – Stirnmitte, Nase und Kinn – sparen Sie dagegen am besten aus. Für reife Haut, die auch zur Trockenheit neigt, gibt es spezielle Nachtcremes, die viel Feuchtigkeit und Fett spenden und gleichzeitig Anti-Falten-Wirkstoffe enthalten.

Wirkstoffe, die der Haut beim Regenerieren helfen

Verschiedene Inhaltsstoffe liefern die Intensivpflege, die die Haut in der Nacht braucht. Einige Beispiele:

Vitamin E

hat eine Doppelwirkung: Zum einen verbessert es die Fähigkeit der Hornzellen, Feuchtigkeit zu binden. Zweitens kann es bei geeigneter Verarbeitung in tiefere Hautschichten eindringen und dort Reparaturprozesse unterstützen.

Coenzym Q 10

– auch Ubichinon genannt – aktiviert die Regeneration und Zellteilung. Es unterstützt den Stoffwechsel bei der Reparatur von Schäden, die UV-Strahlung oder Schadstoffe aus der Umwelt in der Zellhülle und im Erbgut der Hautzellen hinterlassen haben. Zusätzlich aktiviert der Wirkstoff den Energiestoffwechsel der Hautzellen.

Vitamin A

(Retinol), ein fettlösliches Vitamin, regt den Zellstoffwechsel an und stimuliert so die Hauterneuerung. Durch seine Gewebe schützenden Eigenschaften verhindert Vitamin A die vermehrte Verhornung und Schuppung der Haut und es erhöht Enzymaktivität und Zellteilung. Damit ist es ein idealer Wirkstoff in Kosmetika für reife Haut.

Nachtcremes mit Coenzym Q10 und Vitamin A

oder Dexpanthenol und Aloe vera, die auch auf die Bedürfnisse der empfindlichen Gesichtshaut abgestimmt sein können, pflegen die Haut. Mit Macadamianussöl zum Beispiel oder Sheabutter geben sie ihr das Fett, das sie braucht, ohne die Bildung von Mitessern zu fördern.

Biotin

aktiviert im Zusammenspiel mit feuchtigkeitsbindenden Stoffen den Aufbau der schützenden Fettfilms. Weil die Haut dadurch widerstandsfähiger wird, reagiert sie auch weniger gereizt. Nachtcremes mit Biotin regulieren den notwendigen Feuchtigkeits- und Fettgehalt gerade der reifen Haut, fördern die Regeneration und stärken ihre Widerstandskraft.

Phytopeptide

(pflanzliche Eiweiße) bessern die Kollagenstruktur und tragen zu strafferer Haut bei.

Ginkgo

hilft, die gerade in der Nacht vermehrt anfallenden Stoffwechselprodukte besser abzutransportieren. Nachtcremes mit Phytopeptiden und Ginkgo pflegen die Haut intensiv und fördern ihre Festigkeit.

 

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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