Erste Hilfe

Kleine Blessuren, schnell versorgt

Millionen Menschen ziehen sich täglich in ihrer Freizeit oder im Haushalt kleine Verletzungen zu. Drei der häufigsten: wunde Haut, Blasen, Verbrennungen. Die wichtigsten Regeln zur Selbsthilfe.

Wundbehandlung ist für die Bundesbürger meist eine Sache der Selbsthilfe. Ein paar Regeln sollten Sie beherzigen, wenn Sie bei kleinen Blessuren Ihre Hausapotheke richtig einsetzen wollen.

Wunde Hautstelle: Reizung lindern

Ein häufiges Problem ist wunde Haut bei Kleinkindern im Windelalter. Auch bei Erwachsenen, die unter Blasenschwäche leiden, tritt das Problem gelegentlich auf. Wichtigste Ursache: Der Urin verschiebt den gesunden pH-Wert der Haut und weicht obendrein die Hornhaut (das ist die oberste Hautschicht) auf. Die Haut rötet sich. Gefährlich wird es, wenn jetzt noch ein Wärmestau hinzukommt (zum Beispiel durch das Tragen einer Gummihose): Dann nämlich finden Pilze und Bakterien, die der gesunden Haut nichts anhaben könnten, ideale Wachstumsbedingungen. Juckt oder brennt die Haut, deutet das meist auf eine Infektion hin. Wundgefahr besteht aber auch überall dort, wo Haut auf Haut reiben kann: In den Achselhöhlen, in der Leiste, am Po oder in Hautfalten am Bauch, wie sie vor allem bei Übergewicht auftreten können. Auch hier rötet sich die Haut und kann sich entzünden – dann spricht der Arzt von Intertrigo (Hautwolf). Außerdem kann Kleidung auf der Haut scheuern und zu Reizungen führen (etwa beim Radfahren).

Das hilft: Bei wunden Stellen in Hautfalten oder als Folge eines häufigen Hautkontakts mit Urin helfen oft zinkhaltige Heilpasten. Sie enthalten manchmal auch Nystatin, ein Stoff, der Pilzinfektionen bekämpft. Bei leichten Rötungen oder Hautreizungen durch scheuernde Kleidung bieten sich Salben oder Cremes an, die die Wundheilung fördern. Dazu zählen Zubereitungen mit Dexpanthenol, Hamamelisdestillat oder Calendula-Extrakt (Ringelblume). Die Wundpflegemittel mit Auszügen aus Kamillenblüten wirken entzündungslindernd.

Blase gelaufen: nicht aufstechen, nur entlasten

Das Problem kennt fast jeder: Die neuen Schuhe drücken beim Einlaufen, obwohl sie doch bei der Anprobe perfekt passten. Der Grund: Meist schwellen die Füße im Laufe des Tages an. Beim Einlaufen scheuern Sie sich dann schnell die Ferse auf – oft bildet sich eine Blase. So unangenehm das ist: Die Blase ist für die gereizte Haut ein Schutzmantel, der sie vor Infektionen schützt. Auf keinen Fall sollten Sie die Blase aufstechen oder aufschneiden.

Im Normalfall liegt die Blase direkt unter der Hornhaut. Ihre Oberfläche ist schlaff, der Inhalt lässt sich mit dem Finger verschieben. Achten Sie auf die Farbe der Blasenflüssigkeit: Sieht sie klar aus, ist die Blase harmlos. Verfärbt sich ihr Inhalt gelblich, deutet das auf eine eitrige Infektion hin – dann sollten Sie zum Arzt gehen. Blasen, die tiefer in der Haut liegen, haben übrigens typischerweise eine straffe Oberfläche, der Inhalt lässt sich kaum beurteilen. Verschwindet das Problem nicht innerhalb weniger Tage, sollten Sie auch in diesem Fall einen Arzt aufsuchen.

Das hilft: Ein Blasenpflaster aus der Apotheke nimmt den Druck von der natürlichen Schutzdecke der aufgescheuerten Stelle und fördert so die Heilung. Oft bildet sich die Blase mit der Zeit zurück. Platzt sie von selbst, sollten Sie die Hautpartie mit einem Wundpflaster schützen.

Leicht verbrannt: schnell für Abkühlung sorgen

Leichte Verbrennungen (oder auch Verbrühungen mit heißen Flüssigkeiten) gehören zu den häufigsten Unfällen im Haushalt. Wichtig ist der Grad der Verbrennung, den Sie allerdings erst nach einigen Stunden beurteilen können: Ist die Haut nur gerötet, liegt eine Verbrennung ersten Grades vor, die Sie in der Regel selbst versorgen können. Bilden sich allerdings Brandblasen oder verfärbt sich die Haut sogar schwarz, müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt, wenn größere Hautflächen betroffen sind.

Das hilft: Kühlen Sie die Brandstelle für mindestens zehn Minuten unter fließend kaltem Wasser. Bei Verbrühungen gegebenenfalls die nasse Kleidung entfernen, um weitere Schäden zu verhindern. Nach dem Abkühlen tragen Sie bei Verbrennungen ersten Grades am besten ein Brandgel auf. Es lindert Schmerzen und wirkt desinfizierend. Ein steriler Verband – etwa eine Mullkompresse – schützt die verletzte Hautpartie und verhindert, dass die Kleidung auf der Wunde scheuert.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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