Gesunde Zähne

Kleine Bürstenkunde

Zahnpflege anno 1900: Zeigefinger angeleckt, ins Salzfass gedippt, ein paar Mal mit dem Finger über die Schneidezähne gerieben, ausgespuckt – fertig. Auch ein Jahrhundert später liegt in Sachen Mundhygiene noch einiges im Argen.

Zahnmediziner raten: Mindestens zweimal täglich – nach dem Frühstück und vor dem Zu-Bett-Gehen, möglichst auch noch nach dem Mittagessen – sollten wir uns jeweils drei Minuten lang die Zähne putzen. Ob manuell oder elektrisch spielt dabei keine Rolle, entscheidend ist die Technik. Und da gilt: von Rot nach Weiß, also immer vom Zahnfleisch in Richtung Zahn, damit die Borsten keine Speisereste und Bakterien zwischen Zahn und Zahnfleisch schieben können. Auch wichtig: Nicht zu fest schrubben, weil sonst der Zahnfleischsaum verletzt wird. Ideal sind sanft kreisende Bewegungen, wie sie auch die Elektrozahnbürsten der neuen Generation beherrschen. Versuchen Sie aber nicht, mit der Technik zu konkurrieren: Manche Modelle bringen es auf 20000 Vor- und Rückbewegungen pro Minute.

Zahnbürsten-Wechsel spätestens alle zwei Monate

Wenn die ersten Borsten seitlich wegstehen, spätestens jedoch alle zwei Monate ist eine neue Zahnbürste fällig. Darauf sollten Sie beim Kauf achten:

Bei der Stärke der Borsten sollten Sie sich für "weich" oder "mittel" entscheiden. Die Kategorie "hart" ist aus den Regalen der Apotheken praktisch verschwunden; die harten Borsten schaden dem Zahnfleisch mehr (Verletzungsgefahr), als ein vermeintlicher Massageeffekt nützen könnte.

Entscheiden Sie sich für Borsten aus Kunststoff. Sie halten länger als Naturborsten, und ihre glatte Oberfläche bietet viel weniger Unterschlupfmöglichkeiten für Bakterien.

Achten Sie darauf, dass die Borstenenden abgerundet sind, weil harte Schnittkanten eine zusätzliche Verletzungsgefahr für Ihr Zahnfleisch bergen. Dieser kleine Unterschied ist bei einem Borstendurchmesser von 0,2 Millimetern und weniger nicht mit bloßem Auge zu erkennen; vertrauen Sie den Herstellerangaben auf der Verpackung.

Ein weiteres Qualitätskriterium für Zahnbürsten: Die Borstenbüschel stehen dicht beieinander. Ob sie alle die gleiche Länge haben oder ob sie büschelweise mal kurz, mal lang angeordnet sind, ob sie gerade, schräg oder x-förmig stehen, ist Geschmackssache. Auch wenn manche dieser Konstruktionen etwas tiefer in die Zahnzwischenräume reichen, brauchen Sie zur gründlichen Pflege Zahnseide und Interdentalbürste.

Je kleiner der Kopf Ihrer Zahnbürste, desto besser kommen Sie bis an die Backenzähne.

Die Stielformen reichen vom ergonomisch gebogenen Kurvenstar über die sanfte Stoßfederung bis zu rutschfesten Griffmulden und Noppen. Ausschlaggebend beim Kauf sollte sein, dass der Stiel gut in Ihrer Hand liegt.

Ob die neue Bürste in allem Ihren Anforderungen entspricht, wissen Sie nach kurzer Zeit. Wenn Sie zufrieden sind: Bleiben Sie bei dem Modell. Wenn nicht, achten Sie beim Kauf der Nachfolgerin ganz gezielt auf die Details, die Ihnen wichtig sind – die Auswahl in Ihrer Apotheke ist groß.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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