Geburtstermin

Bei Grün starten Babys durch

Die wenigsten Babys halten sich an den vom Arzt berechneten Geburtstermin. Wartende Eltern können sich bald mit einer Geburtsampel Gewissheit darüber verschaffen, wann der Nachwuchs zu erscheinen geruht.

Nur vier Prozent aller Babys kommen tatsächlich an ihrem errechneten Geburtstermin auf die Welt. Zwei Drittel werden bis zu zehn Tage vor bzw. nach diesem Termin geboren. Viele Frauen – vor allem Erstgebärende – stehen häufig vor dem Rätsel, wann es jetzt wirklich soweit ist. Etwa 50 Prozent der Frauen, die in der Annahme jeden Moment zu gebären in der Klinik erscheinen, werden erst einmal wieder nach Hause geschickt.

Geburtsampel sagt, wann's losgeht

Ein etwa Handy-großes Gerät soll den Eltern in Zukunft die Unsicherheit nehmen. Die "Geburtsampel" wird mittels Elektroden auf dem Bauch der werdenden Mama befestigt und zeichnet dort kontinuierlich schwache elektrische Signale aus der Gebärmutter auf. Je nachdem, wie diese Signale ausfallen, erscheinen auf dem Display verschiedene Farben. Bei Rot passiert in den nächsten zwei Wochen noch nichts, bei Gelb ist innerhalb der kommenden 14 Tage mit der Entbindung zu rechnen und Grün bedeutet: Tasche packen! Nur noch etwa 48 Stunden bis zur Geburt. Die Frau kann das Gerät zu Hause wie einen Langzeit-Elektrokardiographen (EKG) am Körper tragen.

Die Vorteile eines solchen Geräts liegen auf der Hand: Der mitfiebernde werdende Vater kann noch relativ beruhigt zu seinem lange geplanten Kongress fahren, solange die Ampel auf Gelb steht. Droht eine Frühgeburt, muss die Mutter nicht in jedem Fall ins Krankenhaus, sondern kann sich zu Hause selbst überwachen. Will ein Baby weit über seinem errechneten Termin nun gar nicht kommen, fällt die Entscheidung die Geburt einzuleiten, sicherlich leichter. Aber wie verlässlich ist die neue Technik?

Noch keine Serienherstellung, aber schon Preisangaben

Versagt das neue Gerät, dürfte die Verwirrung der werdenden Eltern und der Geburtshelfer eher noch steigen. Einer BBC-Meldung zufolge hätten jedoch Hunderte von Frauen "ermutigende" Resultate mit der neuen Methode erzielt. Zunächst gibt es jedoch nur einen Prototypen der von der britischen Firma Jopejo hergestellten Geburtsampel. Bis das Gerät in Serie gehen kann, sind noch groß angelegte klinische Studien nötig.

Einmal in Serie gebaut, soll das Gerät preislich für jedermann erschwinglich sein. Auf jeden Fall sollen die Kosten weniger als 160 Euro betragen, möglicherweise sogar unter 30 Euro fallen. Am sinnvollsten wäre es für die Frauen, wenn man die Ampel für ein geringes Entgelt in der Klinik oder beim Arzt mieten könnte.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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