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So schonen Sie Ihre Augen |
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Was Sie selbst tun können, um Ihre Sehorgane wie die sprichwörtlichen Augäpfel zu hüten – und was Ihnen hilft, wenn das Augenlicht bereits trübe geworden ist. |
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Sonnenbrillen |
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Sie sind modisches Accessoire, dämpfen grelles Sonnenlicht und schützen vor Blendung. Die wichtigste Funktion von Sonnenbrillen ist jedoch der Schutz vor den schädlichen ultravioletten (UV-) Strahlen. Gute Sonnengläser sollten einen "UV-400"-Schutz aufweisen, das heißt, das gesamte Spektrum der UV-Strahlen bis zur Wellenlänge 400 Nanometer filtern. Doch Vorsicht: Dunkler heißt nicht immer besser. Stark getönte Gläser dämpfen das sichtbare Licht stärker, jedoch nicht unbedingt die unsichtbare UV-Strahlung. Auch die Farbe der Gläser besagt nichts über den UV-Schutz. Am günstigsten sind – vor allem für Autofahrer – braune oder graue Gläser, weil sie die Farben am wenigsten verfälschen. Achten Sie außerdem auf das CE-Zeichen am Gestell. Brillen mit diesem Siegel entsprechen den Anforderungen einer EU-Norm. Die Gläser sollten bis zu den Augenbrauen und seitlich bis zum Gesichtsrand reichen. Am Strand und beim Skifahren sind Sonnenbrillen besonders wichtig: Wasser, Sand und vor allem Schnee reflektieren einen großen Teil der UV-Strahlen. |
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Vorsorge bei Diabetes |
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Wer an der Zuckerkrankheit leidet, dessen Augen sind durch die "Diabetische Retinopathie" gefährdet. Deshalb sollten Betroffene möglichst schnell, nachdem die Krankheit erkannt wurde, zum Augenarzt. Anschließend ist einmal jährlich oder – bei bereits geschädigter Netzhaut – sogar häufiger eine Kontrolluntersuchung fällig. Dabei betrachtet der Arzt den vorderen Teil des Auges mit dem Mikroskop und achtet dabei besonders auf Gefäßneubildungen an der Regenbogenhaut. Außerdem sucht er die Netzhaut nach charakteristischen Gefäßveränderungen, Blutungen und Flüssigkeitseinlagerungen ab. Eine Laserbehandlung kann die Augenschäden aufhalten – allerdings nur dann, wenn diese rechtzeitig erkannt werden. |
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Kontaktlinsen |
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Trotz neuer Materialien und Werbekampagnen der Hersteller für "Dauerlinsen", die angeblich eine Woche oder sogar einen Monat lang ununterbrochen getragen werden dürfen: Nachts gehören die Kontaktlinsen raus! Neuere Studien zeigen, dass diese Empfehlung unverändert gilt, weil andernfalls das Risiko für Hornhautentzündungen drastisch steigt. Die Hornhaut wird vom Tränenfilm mit Sauerstoff versorgt. Obwohl heutige Kontaktlinsen durchlässiger für das Gas sind als ihre Vorgänger, baut sich hinter den kleinen Kunststoffschalen ein Sauerstoffdefizit auf. Unter anderem deshalb braucht die Hornhaut eine nächtliche Erholungsphase. Nachlässige Hygiene ist die zweite Sünde, die Kontaktlinsen zu einem Gesundheitsrisiko werden lassen. Jede der kleinen Sehhilfen – Ausnahme: Einmallinsen – muss täglich gereinigt und anschließend in einer Desinfektionslösung aufbewahrt werden. Weiche Kontaktlinsen sollten spätestens nach einem Jahr, harte nach 18 Monaten ersetzt werden. Weil Wimperntusche und Lidschatten leicht auf Kontaktlinsen haften, gilt: Erst einsetzen, dann schminken. |
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Sehhilfen |
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Wenn die Sehkraft so stark nachgelassen hat, dass eine Brille nicht mehr genügt, stehen Betroffenen eine Reihe von Sehhilfen zur Verfügung, die zumindest noch eine gewisse Selbständigkeit ermöglichen: Verstärkte Lesebrillen, Lupen, Lupenbrillen (Lupen in einer Brillenfassung), Fernrohr-Lupenbrillen und – als Orientierungshilfe etwa zum Lesen von Straßenschildern – monokulare Fernrohre. Bildschirm-Lesegeräte geben einen per Videokamera aufgenommenen Text in fünf- bis 60facher Vergrößerung wieder. Ganz aktuell: Eine Schablone der Europäischen Zentralbank mit der Bezeichnung "Euro-Cashtest" hilft blinden und stark sehbehinderten Menschen, die neuen Euroscheine auch ohne Blindenschrift zu erkennen. |
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Hilfen für Blinde |
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Blinde und stark Sehbehinderte haben Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis, mit dem sie zum Beispiel öffentliche Nahverkehrsmittel kostenlos benutzen können. Hilfsmittel für den Beruf wie Braille-Computer und -drucker werden ihnen in der Regel von den Arbeitsämtern und Fürsorgestellen bezahlt. Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen die Krankenkassen private Hilfsmittel wie Lesegeräte und finanzieren die Anschaffung und Haltung eines – vom Arzt verschriebenen – Blindenhundes. Hilfe in allen praktischen Fragen – etwa bei der Beantragung des Blindengeldes – und Rat über andere staatliche Leistungen gibt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband. |
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Bildschirmarbeit |
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Für immer mehr Menschen – Schätzungen gehen von einer zweistelligen Millionenzahl aus – spielt sich die tägliche Arbeit zumindest teilweise vor einem Computer-Monitor ab. Hinzu kommen oft stundenlanges Internet-Surfen oder Fernsehen nach Feierabend. Hauptproblem für die Augen: Der starre Blick auf den Monitor mindert die Frequenz der Lidschläge, der Tränenfilm verteilt sich nicht mehr kontinuierlich über die Augenoberfläche, die "trockenen Augen" brennen und röten sich. Das Beachten einiger Regeln mildert die Tortur fürs Sehorgan: Der Monitor sollte so aufgestellt werden, dass sich Lampen und Fenster nicht darin spiegeln können. Der ideale Arbeitsabstand liegt je nach Bildschirmgröße zwischen 50 und 80 Zentimetern. Während der Arbeit sollten die Augen immer mal wieder von der Mattscheibe abschweifen, und spätestens nach zwei Stunden haben sie eine kleine Pause verdient. Jeder Bildschirmarbeiter hat Anspruch auf eine regelmäßige Untersuchung der Augen und des Sehvermögens. Expertenempfehlung: bis 40 alle fünf Jahre, danach im dreijährigen Turnus. Stellt sich heraus, dass nur eine speziell an die Bildschirmentfernung angepasste Brille die Augenprobleme des Arbeitnehmers beheben kann, muss der Chef die Kosten tragen. |
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Fliegende Mücken |
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Fast jeder kennt sie: Die kleinen schwarzen Punkte oder Fäden, die vor dem Gesicht tanzen und sogar den Augenbewegungen folgen. Diese "fliegenden Mücken", wie Augenärzte sie nennen, sind keine optische Täuschung – es gibt sie wirklich: Bei den Fusseln handelt es sich um kleine, harmlose Zusammenballungen von Kollagenfasern im Glaskörper des Auges. Solche Trübungen sind eine unvermeidliche Folge der natürlichen Glaskörperschrumpfung, die schon im Jugendalter beginnt. Schnellstens zum Augenarzt sollten Sie allerdings, wenn die Mücken in Schwärmen auftreten, wenn Sie Lichtblitze sehen oder ein Vorhang vor Ihren Augen auftaucht: Das könnten die Vorboten oder ersten Anzeichen einer Netzhautablösung sein. Eine schnelle Behandlung mit dem Laser kann den Schaden dann in Grenzen halten. |
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