|
Empathie |
|
Einfühlungsvermögen ist im Gehirn angelegt |
|
Einfühlung in andere, sozialer Umgang und die Unterscheidung zwischen dem Ich und den anderen entsteht durch Imitation. Diese ist nicht erlernt, sondern die Fähigkeit dazu ist bereits im Gehirn angelegt |
|
Dies zeigt jetzt erstmals ein französisch-amerikanisches Wissenschaftler-Team durch neuropsychologische Experimente. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift "Neuro Image". |
|
"Schon ein Dreijähriger ist zu Einfühlung (Empathie) fähig und kann ein anderes Kind um die Schultern fassen oder seine traurige Mutter trösten", sagt Andrew Meltzoff vom Center for Mind, Brain & Learning der University of Washington. "Wir glauben, dass Empathie ihre Wurzeln im ganz frühen Leben hat. wahrscheinlich ist sie mit der Nachahmung verbunden, von der wir wissen, dass Babys sie schon ab einem sehr frühen Alter üben." Sein Kollege, Jean Decety, Neurowissenschaftler am Institut de la Santé et de la Recherche Médicale (INSERM) in Lyon geht noch weiter: "Wir lernen nicht zu imitieren", sagt der französische Forscher. "Es ist Teil unserer biologischen Natur, und wir werden geboren, um zu imitieren." Die beiden Wissenschaftler führten verschiedene Experimente mit erwachsenen Versuchspersonen durch, die verschiedene Gegenstände in Nachahmung des Versuchsleiters manipulieren sollten. In einem Kontrollexperiment sollten die Versuchspersonen selbst zuerst mit den Gegenständen hantieren und dann beobachten, wie die Versuchsleiter ihre Handlungen kopierten. Unterdessen beobachteten die Forscher die Gehirnaktivität der Versuchspersonen mit Hilfe der Positronen Emissionstomographie (PET). Dabei zeigte, dass je nachdem, ob eine Versuchsperson selbst jemanden imitierte oder von jemandem imitiert wurde, andere Gehirnregionen eine erhöhte Aktivität zeigten. Im Falle, dass die Versuchspersonen den Versuchsleiter bei der Hantierung mit den Gegenständen imitierten, war der linke inferiore Parietalcortex aktiv. Wurden die Versuchspersonen ihrerseits imitiert, zeigte der rechte inferiore Parietalcortex eine erhöhte Aktivität. Decety und Meltzoff leiten daraus ab, dass hierdurch schon früh die Unterscheidung des Ichs von den anderen gemacht werde. Das Individuum unterscheidet, welche Handlungen es selbst von sich aus ausführt, und welche Handlungen es ausführt, weil es sich durch Nachahmung in jemanden einfühlt. |
|
© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn |