Mückenschutz

Schwirr ab, Blutsauger!

Im Sommer gehören Stechmücken zu den schlimmsten Quälgeistern. Tipps, wie Sie die Blutsauger auf Distanz halten und was Sie tun können, wenn es Sie trotzdem erwischt

Nur weibliche Mücken sind scharf auf unseren Lebenssaft: Sie benötigen Eiweiß zur Entwicklung ihrer Eier. Nach welchen Kriterien die Mückendame ihre Opfer auswählt, ist allerdings bislang nicht endgültig erforscht.

Die Mücken fliegen nicht auf "süßes Blut"

Die Geschichte vom "süßen Blut" sollte jedoch unter der Rubrik Legenden abgehakt werden: Diabetiker und Naschkatzen werden nicht stärker heimgesucht als andere. Vielmehr ist bei der Auswahl der Opfer ein Duftcocktail ausschlaggebend, der beim Schwitzen entsteht. Beispielsweise spielen Aminosäuren, Milchsäure, stickstoffhaltige Verbindungen und Buttersäure eine Rolle. Ein weiterer Faktor ist die Hauttemperatur: Menschen, deren Haut ein paar Zehntel Grad kühler ist, bleiben von Stichen eher verschont. Auch Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Farbe der Umgebung und Helligkeit beeinflussen die Wahl der Mücke.

So halten Sie sich die Plagegeister vom Leib

Meiden Sie in der Dämmerung und nachts Sümpfe, Moore, Seen und sonstige stehende Gewässer. Hier schlüpfen die Blutsauger und tummeln sich nicht selten in großen Schwärmen.

Tragen Sie helle, möglichst geschlossene, feste Kleidung. Dünne Textilien können die Mücken mühelos durchstechen. Am besten geeignet ist Kleidung aus Leinen: Der Stoff ist für Mückenrüssel undurchdringlich und trotzdem angenehm kühl auf der Haut.

Verzichten Sie auf blumige Parfums.

Sichern Sie Haus oder Wohnung mit Mückenschutz: Montieren Sie Fliegengitter an die Fenster und Außentüren und hängen Sie sich ein Moskitonetz über das Bett.

n der Apotheke erhalten Sie sehr gut wirksame Mittel (Repellentien) mit den Wirkstoffen Diethyltoluamid (DEET) oder Bayrepel in Form von Cremes, Lotionen oder Zerstäubern für die Haut. Wichtig: Passen Sie auf, dass nichts auf die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase kommt.

Tragen Sie diese Mittel möglichst lückenlos auf. Die Insekten finden nämlich traumwandlerisch auch die kleinste ungeschützte Stelle, um sich dort eine Portion Blut zu zapfen.

Falls Sie sich schminken oder Ihre Haut mit Sonnencreme schützen: Das Insektenschutzmittel stets zuletzt auftragen.

Beachten Sie, dass sich durch Schwitzen oder mechanisches Abreiben die Wirkdauer verkürzt.

Tragen Sie das Mittel mindestens alle vier Stunden sowie grundsätzlich immer nach dem Baden erneut auf, um die Schutzwirkung aufrecht zu erhalten.

Ätherische Öle wie Nelken-, Lavendel- oder Bergamottöl halten die Plagegeister ebenfalls auf Distanz. Sie haben jedoch meist eine viel schwächere und kürzere Wirkung und bergen die Gefahr, dass empfindliche Personen allergisch reagieren. Zudem empfindet mancher den Geruch als unangenehm.

Für die Kleinen gelten andere Schutzregeln

Obwohl die Repellentien aus der Apotheke sehr gut verträglich sind, sollten Sie Kinder unter zwei Jahren nicht damit behandeln. Ihre Haut ist durchlässiger für die Wirkstoffe. Eine weitere Gefahr: Die Mittel können durch Augenreiben und Fingerlecken auf die Schleimhäute gelangen – es drohen neurologische Störungen.

Mückensprays und Elektroverdampfer für geschlossene Räume enthalten meist Wirkstoffe aus der Gruppe der Pyrethroide, die ebenfalls die Nerven schädigen können. Sie sollten nicht eingesetzt werden, wenn Kinder im Haus sind. Der ideale Schutz für Babys und Kleinkinder: ein Moskitonetz.

Nach dem Mückenstich: Juckreiz wirksam lindern

Wer dennoch gestochen wurde, der kann das Jucken und Brennen des Stiches durch Kühlung lindern. Ideal sind kalte Kompressen, am besten mit Zusatz von essigsaurer Tonerde. Antiallergische Cremes aus der Apotheke bekämpfen den Juckreiz. Die Wirkstoffe sind: Dimetindenmaleat, Bamipin, Chlorphenoxamin, Polidocanol, Bufexamac oder gegebenenfalls Hydrocortison. Der Kamillenwirkstoff Bisabolol wirkt ebenfalls entzündungshemmend und ist auch in speziellen Sticks zur Behandlung von Insektenstichen enthalten.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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