|
Wintersport |
|
Mit Sicherheit mehr Spaß |
|
Traumhafte Winterlandschaften, Sonne, reichlich Schnee – Idealbedingungen für den Wintersport. Damit es ein Vergnügen bleibt, sollten Sie Risiken im Auge behalten. |
|
Wichtige Punkte, die Sie beachten sollten, bevor Sie sich ins Vergnügen stürzen: |
|
Gefährlich: "Kaltstart" in den Wintersport |
|
Raus aus dem Büro und rauf auf die Skipiste. Nach diesem Motto begeben sich jedes Wochenende hunderttausende von Ski-Fans unnötig in Gefahr, riskieren bei solchen Kaltstarts Bänderdehnungen und -risse. Unvorbereitet und mit kalter Muskulatur würde sich kein Profi auf die Piste wagen. Optimalerweise bereits sechs Wochen vor der ersten Abfahrt sollten Sie mit regelmäßigen "Trockenübungen" beginnen, die Sie auf die Piste vorbereiten. Das raten Sportmediziner. Volkshochschulen, Sportvereine und viele Sportgeschäfte bieten abwechslungsreiche Programme an, mit denen Sie Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination in Form bringen können. Nicht nur vor dem Start in die Loipe oder der ersten Abfahrt, sondern auch nach jeder längeren Liftfahrt sind Dehnübungen und eine kurze Aufwärmphase wichtig. |
|
Ein Muss: Ausrüstung in Schuss bringen |
|
Schaffen Sie sich Kleidung aus modernen synthetischen Stoffen an: Sie schützt gegen Wind und Kälte. Schweiß kann leicht verdunsten, ohne dass der Körper auskühlt. Die Skistiefel sollten so fest sitzen, dass sie bei Stürzen ausreichende Stabilität bieten, sie dürfen den Fuß aber nicht "einquetschen", da sie sonst die Durchblutung behindern. Das steigert das Risiko von Erfrierungen. Lassen Sie vor dem Sportvergnügen unbedingt Skibindung und Skier vom Fachmann überprüfen. |
|
Minusgrade: gegen die Kälte wappnen |
|
Schutz gegen klirrende Kälte bietet atmungsaktive Kleidung (siehe oben), in der man nicht ins Schwitzen gerät – denn das ließe den Körper rasch auskühlen. Kältecreme mit hohem Fettanteil ist fürs Gesicht geeignet. Zehen, Finger, Wangen, Nase und Ohren sind durch Muskulatur und Fettgewebe sehr schlecht geschützt. Sie sind daher besonders anfällig für Erfrierungen. Ohrschmuck, Ringe, metallene Brillengestelle verschärfen das Problem: Metall überträgt die Kälte direkt auf die Haut. Wählen Sie deshalb lieber ein Kunststoffgestell für die Brille und verzichten Sie auf Schmuck und Piercing. Vorsicht beim Alkohol: Er erweitert die Gefäße, sorgt damit für ein trügerisches Wärmegefühl. Dadurch werden Anzeichen einer Erfrierung oft zu spät bemerkt. |
|
Sonnenschutz: im Schnee besonders wichtig |
|
Schnee reflektiert das UV-Licht der Sonne. Je höher der Berg, desto höher die Strahlungsintensität. Für den Skiurlaub sind daher Sun-Blocker mit hohem Lichtschutzfaktor zu empfehlen. Achten Sie beim Eincremen darauf, dass vor allem auch Ohren und die empfindliche Nase gut geschützt sind. Vergessen Sie die Lippen nicht: Verwenden Sie spezielle Produkte, die Ihre Lippen sicher vor UV-Strahlen schützen. Natürliche Fettstoffe wie Bienenwachs, Shea-Butter oder Jojobaöl in Lippenstiften und -cremes überziehen die frostempfindliche Lippenhaut mit einem kälteabweisenden Film und verhindern spröde Lippen. |
|
Durchblick behalten: die Augen schützen |
|
Eine Sonnenbrille mit dem Gütezeichen "CE" sollte für jeden Skifahrer selbstverständlich sein. Im Hochgebirge und auf Gletschern empfiehlt sich überdies ein Seitenschutz für die Augen. Vorsicht: Nebel täuscht. Hier reflektiert jedes einzelne kleine Wassertröpfchen das Sonnenlicht. Das heißt, bei schattenlosen Wetterverhältnissen ist die UV-Strahlung fast genauso hoch wie bei schönem Wetter. Anzeichen von Schneeblindheit – einer Horn- und Bindehautentzündung – sind leichte Schmerzen am Auge, das Auge ist gerötet, das Sehen beeinträchtigt. Bei Beschwerden sollten Sie möglichst schnell aus Sonne und Schnee und unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. |
|
Schnelle Hilfe: kleine Notfall-Apotheke einpacken |
|
Egal, ob Sie im bayerischen Voralpenland Ihre Bögen ziehen oder auf Gipfel über 3000 Meter stürmen: Eine gut sortierte Reiseapotheke gehört in jedem Fall ins Urlaubsgepäck, wenn es in die Berge geht. Bei der Zusammenstellung einer kleinen Notfall-Ausrüstung für Ihren Winterurlaub lassen Sie sich am besten individuell von Ihrem Apotheker beraten. Vorgeschnittene, gebrauchsfertige Wundpflaster in verschiedenen Größen und ein Desinfektionsmittel sollten beispielsweise im Ski-Rucksack nicht fehlen. Wichtig ist auch eine Rettungsfolie. Sie lässt sich auf kleinstes Format zusammenfalten und leistet im Ernstfall gute Dienste: Sollte ein Skifahrer verunglücken, schützt ihn die Folie zusammen mit Jacken und Pullis vor dem Auskühlen – solange bis die alarmierte Bergwacht eingetroffen ist. |
|
Vernünftig bleiben: nicht selbst überschätzen |
|
Lebenswichtig: Nehmen Sie Lawinenwarnungen unbedingt ernst. Bleiben Sie innerhalb der sicheren Bereiche. Verzichten Sie auch auf Abfahrten, die Ihre Fähigkeiten übersteigen. Wer merkt, dass er an seine körperlichen und konditionellen Grenzen stößt, sollte unbedingt eine Pause einlegen oder den Skitag beschließen. Nicht umsonst ist gerade die letzte Abfahrt des Tages berüchtigt für ihre hohen Unfallzahlen. Oft fließt zwischen den Abfahrten in geselligen Hüttenrunden Bier oder Tee mit Schnaps die Kehlen hinab. Was dann mit einer beschwingten Abfahrt beginnt, endet nicht selten in einem Debakel. Bei einem Drittel der Skiunfälle soll Schätzungen zufolge Alkohol im Spiel sein. Deshalb: lieber etwas Zurückhaltung üben. Übrigens: Auch wer beim Après-Ski zu tief ins Glas schaut und am nächsten Tag mit einem Kater zum Skifahren geht, riskiert leichter einen Beinbruch. |
|
© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn |