Mäusedorn

Der "stechende Mäusedorn" wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2002 gewählt.

Das gab der Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" bekannt. Seit der Antike wird der Mäusedorn (lateinisch "Ruscus aculeatus ") nicht nur zu Heilzwecken verwendet. Die Zweige des Strauches wurden auch zum Fleisch gehängt, um es mit dieser Art Stacheldraht vor gefräßigen Nagern zu schützen. Man nimmt an, dass dies der Pflanze ihren Namen eingebracht hat. Der Mäusedorn ist ein immergrüner Halbstrauch, der im ganzen Mittelmeergebiet vorkommt. Seine Blüten sind unscheinbar, die Früchte dagegen leuchtend rot. Für Heilzwecke wird der Wurzelstock verwendet.

Mäusedorn unterstützt die Venen

In der Antike galt der Mäusedorn als Wundermittel. Man hielt ihn für harntreibend, glaubte, dass er Blasensteine auflösen könne und auch Kopfschmerz und Gelbsucht heile. Nur die harntreibende Wirkung ließ sich bestätigen, doch stecken im Mäusedorn ganz andere Kräfte, die früher unbekannt waren. Heute ist er zugelassen zur unterstützenden Behandlung von Venenleiden und Hämorrhoiden. Die Pflanze wird nur als Extrakt, nicht als Tee eingesetzt. Die Inhaltsstoffe wirken sich günstig bei Gefäßerkrankungen aus, weil sie

die Wanddurchlässigkeit der feinsten Blutgefäße verringern;

die Wandspannung der Venen erhöhen:

Entzündungen bekämpfen.

Diese Wirkungen ergänzen sich bei Venenleiden. Am Anfang eines Venenleidens steht meist eine anlagebedingte Venenschwäche, die einen Stau von venösem Blut im Unterschenkel zur Folge hat. Dadurch steigt der Druck in den Venen, und es wird Blutflüssigkeit aus dem Gefäß ins umliegende Gewebe gedrückt. Die Inhaltsstoffe des Mäusedorns stärken die Wände der Blutgefäße, so dass sie dem Austritt von Blutflüssigkeit besser widerstehen können. In der Apotheke erhalten Sie Präparate mit Trockenextrakten aus Mäusedorn zum Einnehmen. Die schwachen Gefäßwände können auch Hämorrhoidalbeschwerden verursachen. Deshalb wird der Hauptinhaltsstoff des Mäusedorns, das Ruscogenin, gegen Hämorrhoiden eingesetzt. Es ist in Präparaten zum Einnehmen enthalten.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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