Katerkopfschmerz

Was hilft – was schadet

Das gemeine Schädelweh nach einer feucht-fröhlichen Feier ist keine Seltenheit.

In einer Umfrage gaben nur 23 Prozent der befragten Deutschen an, noch nie an Alkoholkopfschmerzen – einem «Kater» – gelitten zu haben. Rezepte gegen den Brummschädel gibt es zahlreiche, doch nicht alle haben sich bewährt. Die genauen Ursachen des Katers werden von Wissenschaftlern noch diskutiert. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, wie Sie die Katerkopfschmerzen schnell vertreiben können:

Wenn Sie Katerbeschwerden haben, lindert Fruchtzucker (Fructose), der beispielsweise in Honig enthalten ist, die Beschwerden. 30 Gramm davon, vor dem Schlafengehen eingenommen, können die Konzentration von Verunreinigungen wie Fuselstoffen im Blut reduzieren und den Alkoholabbau beschleunigen. Bis zum Aufwachen sind die Kopfschmerz verursachenden Stoffe bereits zum großen Teil verschwunden.

Ein ausgiebiger Spaziergang an der frischen Luft vermindert zusätzlich den Sauerstoffmangel im Gehirn.

Hausmittel wie Mineralwasser und Rollmöpse wirken, indem sie den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers wieder auffüllen.

Was sich nicht bewährt hat: Alkohol zum Frühstück ist der falsche Weg. Er verzögert und verstärkt das Problem nur. Auch Psychopharmaka – also Schlaf-, Beruhigungs- oder Aufputschmittel – verlängern die Beschwerden eher. Verzichten sollten Sie auch auf Paracetamol. In Verbindung mit Alkohol kann das Fieber- und Schmerzmedikament die Leber schädigen. Wer seine Katerbeschwerden mit einem Gang in die Sauna ausschwitzen möchte, riskiert unter Umständen sein Leben. Weil Alkohol die Gefäße erweitert und die Herzleistung senkt, kann die Belastung des Kreislaufs durch den plötzlichen Wechsel zwischen heiß und kalt das Herz überfordern.

Vorsicht: Aus Untersuchungen an Testpiloten ist bekannt, dass selbst 48 Stunden nach Abklingen des Katers die Leistungsfähigkeit noch stark eingeschränkt ist. Fatal ist, dass sich die Betroffenen in dieser späten Katerphase fit und voll leistungsfähig fühlen. Sicherheitshalber sollten Sie deshalb alle wichtigen Entscheidungen erst 72 Stunden nach dem Kater treffen. Katerbeschwerden können Sie als eine sinnvolle Reaktion des Organismus betrachten, die uns vor einer Sucht bewahren: Uns ist meist für ein paar Tage die Lust auf den nächsten Schluck vergällt.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


weitere Artikel im ARCHIV