Hautschutz

 

Pflege im Winter

Eisige Temperaturen und trockene Heizungsluft setzen der Haut zu. Neun Fragen und neun Antworten zur richtigen Hautpflege in der kalten Jahreszeit.

Viele Menschen klagen in den Wintermonaten verstärkt über Hautprobleme. Doch wer weiß, was die sensible Hülle in der kalten Jahreszeit besonders strapaziert und ihr das gibt, was sie jetzt braucht, kann den meisten Problemen aus dem Weg gehen.

1. Warum braucht die Haut im Winter besondere Pflege?

In der kalten Jahreszeit hat es die Haut besonders schwer: Sowohl im Freien als auch in der warmen Stube ist ihr Selbstschutz stark beansprucht. Im Freien herrscht wegen der niedrigen Temperaturen eine geringere Luftfeuchtigkeit, drinnen ist die trockene Heizungsluft schuld. Je trockener aber die Umgebungsluft ist, desto mehr Feuchtigkeit gibt die Haut ab. Zudem vermindert sich bei kühlen Temperaturen die Durchblutung der Haut, die Talgdrüsen produzieren weniger Hautfett. Weil der Hydrolipidmantel, der die Haut vor Feuchtigkeitsverlust schützt, wegfällt, trocknet die Haut noch stärker aus. Schon bei acht Grad Außentemperatur geht die Talgbildung auf die Hälfte zurück. Dazu kommen noch häufige, extreme Temperaturwechsel zwischen drinnen und draußen.

2. Worauf müssen Sie bei der Reinigung und Pflege der Haut ganz besonders achten?

Weil die Haut im Winter ständig in Gefahr ist, auszutrocknen, sollten Sie alles vermeiden, was ihr Feuchtigkeit entzieht. Diese Gefahr besteht vor allem beim Waschen. Duschen Sie deshalb nicht zu lange und nicht zu heiß, auch wenn es noch so verführerisch ist. Denn schon heißes Wasser allein trocknet die Haut aus. Wenn Sie zudem ungeeignete Waschsubstanzen benutzen, ist der Austrocknungseffekt noch größer. Verwenden Sie zur Reinigung deshalb am besten seifenfreie Waschemulsionen, Wasch- oder Duschöle, die den Säureschutzmantel der Haut schonen und pflegende, rückfettende Bestandteile enthalten. Für die tägliche Pflege gilt generell: viel Feuchtigkeit und mehr Fett als sonst. Für Feuchtigkeit sorgen Bodylotions und Cremes mit reichlich Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff, Glycerin oder Hyaluronsäure. Die Pflegeprodukte sollten zudem einen höheren Fettanteil und dafür weniger Wasser enthalten.

3. Braucht fette Haut im Winter die gleiche Pflege wie trockene Haut?

Wie und womit Sie Ihre Haut reinigen und pflegen, sollte grundsätzlich auf den aktuellen Zustand der Haut abgestimmt sein, die im Winter zumeist trockener ist als im Sommer. Selbst fettige Haut ist dann in aller Regel ein bisschen trockener und weniger fett, trockene Haut wird noch trockener. Menschen, deren Haut zu schuppenden, rauen und vielleicht sogar juckenden Stellen neigt, sollten im Winter auf besonders fetthaltige Pflege achten und Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O-Emulsionen) mit reichlich Feuchthaltefaktoren verwenden. Weil trockene Haut unter den besonderen Strapazen des Winters häufig auch empfindlich reagiert, empfehlen sich zudem Produkte, die ohne reizende Duft- und Konservierungsstoffe auskommen. Wer normalerweise mit fettig glänzender Haut kämpft und öfter unter Mitessern und Pickeln leidet, sollte im Winter auf Peelings und alkoholhaltige Tonika verzichten. Sie tun Ihrer Haut zwar im Sommer gut, im Winter, wenn die Haut etwas weniger fett ist, kann das aber zu viel des Guten sein.

4. Welchen Schutz brauchen die Lippen?

Aufgesprungene Lippen, die spannen und brennen, sind für viele ein immer wiederkehrendes Problem. Der Grund: Den Lippen fehlen die Talgdrüsen und damit der schützende Fettfilm. Um sie auch im Winter zart und geschmeidig zu halten, sind Lippenpflegestifte empfehlenswert, die fettende Bestandteile wie Hornschichtlipide, so genannte Ceramide, feuchtigkeitsbindende Substanzen wie Vitamin E und beruhigende Zusätze wie Bisabolol enthalten. Weil die Lippen auch kaum Pigmente haben und deshalb wenig gegen die Wintersonne geschützt sind, sollten Sie zudem darauf achten, dass der Pflegestift über einen Lichtschutzfaktor verfügt.

5. Trocknet Make-up die Haut zusätzlich aus?

Make-up kann sogar ein zusätzlicher Schutz sein. Voraussetzung ist, dass Sie cremiges Make-up mit hohem Pflege- und Fettanteil verwenden. Make-ups für trockene Haut enthalten beispielsweise häufig fettende Bestandteile wie Ceramide oder Schibutter. Vorsicht ist dagegen geboten mit pudrigen Kompakt-Make-ups für fettige Haut oder so genannten Long-Lasting Make-ups. Sie enthalten oft Talkum oder Kieselsäure, die Hautfett wie ein Löschblatt aufsaugen – für den Winter also alles andere als geeignet. Auf Puder und kussechte Lippenstifte verzichten Sie am besten ganz, sie trocknen ebenfalls aus.

6. Welchen Schutz braucht die Haut, wenn es sehr kalt ist?

Wer sich an extrem kalten Tagen im Freien aufhält oder sein Gesicht beispielsweise dem beißend kalten Fahrtwind während einer Skiabfahrt aussetzt, braucht besonderen Hautschutz mit sehr viel Fett, der ohne Wasser auskommt. Von leichten Feuchtigkeitslotionen mit hohem Wasseranteil sollten Sie bei klirrenden Minusgraden die Finger lassen. Solche Präparate können auf der Haut gefrieren und zu lokalen Schäden führen. Hier lohnt sich eine spezielle Kälteschutz- oder Sportcreme. Sie enthält Fette und Wachse, die sie auch bei tiefen Temperaturen streichfähig halten.

7. Muss die Kälteschutzsalbe drinnen wieder runter?

Ja. Kälteschutzsalben sind nur für den Aufenthalt in sehr kalter Luft gedacht. Wenn Sie wieder ins Warme gehen, sollten Sie Reste der Salbe entfernen. Sie bildet einen undurchlässigen Fettfilm auf der Haut, der nicht nur gegen Kälte isoliert, sondern auch die natürliche Wasserverdunstung aus der Haut verhindert. Kann die Feuchtigkeit nicht entweichen, quillt die Hornschicht auf, und unter dem Fettfilm kann ein Wärmestau entstehen, der die Äderchen erweitert.

8. Sind häufige Saunagänge im Winter gut für die Haut?

Sauna ist ein probates Mittel zur Abhärtung und als Vorbeugung gegen Erkältungen geeignet. Der Saunabesuch nach dem Wintersport entspannt die Muskeln. Wer ohnehin zu trockener Haut neigt, sollte auf häufiges Saunieren aber lieber verzichten. Die extrem heiße Luft der Sauna trocknet die Haut nämlich weiter aus.

9. Warum leidet gerade in den Wintermonaten die Haut der Hände besonders stark?

Auf den Handflächen hat die Haut gar keine, auf den Handrücken relativ wenig Talgdrüsen. Kälte und häufiges Händewaschen sind deshalb Belastung im Doppelpack. Daher sollten Sie zur Reinigung am besten ein Handwaschöl benutzen, das auf den natürlichen pH-Wert der Haut abgestimmt ist und pflegende, rückfettende Substanzen enthält. Nach jedem Waschen sollten Sie die Hände zudem mit einer Handcreme pflegen, die sich wie ein Schutzfilm auf die Haut legt und sie vor Austrocknung und Kälte schützt.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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