Prostatakrebs

Männer scheuen die Vorsorge

Eine Umfrage des Institute of Cancer Research ergab: Die meisten Männer wissen besser über Brustkrebs Bescheid als über Prostatakrebs. Untersuchungen zur Früherkennung des "Männerkrebses" werden viel zu selten genutzt. Dabei ist Prostatakrebs im Frühstadium heilbar.

Jeder 10. Mann wird im Laufe seines Lebens an Prostatakrebs erkranken, so Experten.

Scham und Hemmungen vor der Untersuchung sowie Angst vor einer möglicherweise "schlechten Nachricht" danach, hält jedoch viele Männer vom Gang zum Arzt ab. Dabei sollte die jährliche Routineuntersuchung ab 45 beim Mann ebenso selbstverständlich sein, wie die Brustkrebsvorsorge für die Frau ab 40. Das Alter ist nämlich der wichtigste Faktor bei der Entstehung von Prostatakrebs, daneben spielen erbliche Veranlagung und auch die Ernährung eine maßgebliche Rolle.

Männer nehmen ihre Gesundheit nicht ernst genug

Dies belegt eine aktuelle britische Studie. Eine Umfrage des Institute of Cancer Research ergab: Die meisten Männer wissen besser über Brustkrebs Bescheid als über Prostatakrebs. Viele meinen, Gesundheit sei "Frauensache" und gehen erst zum Arzt, wenn es ihnen richtig schlecht geht. Gerade bei Krebs-Erkrankungen kann das jedoch fatal sein: Wie viele Krebs-Arten macht sich ein Prostatatumor erst im Spätstadium bemerkbar. Prostatakrebs ist zur Zeit auf dem Vormarsch. Experten warnen, dass Prostatakrebs vor Lungenkrebs bald die häufigste Krebs-Todesursache sein wird. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 30.000 Männer neu. Zwar steigt die Zahl auch, weil die Untersuchungs- und Diagnosemethoden besser geworden sind, aber die Rate der Todesfälle könnte sinken, wenn mehr Männer rechtzeitig zum Arzt gehen würden.

Heilungschancen im Frühstadium am besten

Die Heilungschancen des "Männerkrebses" sind umso besser, je früher er behandelt wird: im Frühstadium bis zu 70 Prozent! Dennoch gehen zu wenige Männer rechtzeitig genug zum Urologen, dem Facharzt für Männerprobleme. Sie warten bis Schmerzen oder Beschwerden auftreten. Die bekannten typischen Beschwerden, Probleme beim Wasserlassen und Harndrang, sind in der Regel aber kein Anzeichen von Krebs, sondern deuten eher auf eine gutartige Prostatavergrößerung hin. Das walnußgroße Organ, das zu deutsch Vorsteherdrüse heißt, liegt nämlich direkt unterhalb der Blase und umschliesst die Harnröhre. Sie produziert zeitlebens eine Flüssigkeit, die dem männlichen Samen bei der Befruchtung der Eizelle hilft. Normal ist, dass diese Drüse mit den Jahren größer wird. Oft können auch Knoten entstehen. Die Prostata drückt dann auf Harnröhre und Blase und erschwert das Wasserlassen. Solche Knoten sind meist gutartig. Krebs, das bedeutet bösartige Knoten, machen sich in der Regel so nicht bemerkbar, bleiben meist lange symptomlos und deshalb unbemerkt.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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