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Kräutertees |
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Alt bewährt und noch immer hilfreich |
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Heilpflanzentees werden seit alters her eingesetzt, um Krankheitssymptome zu lindern und um die körpereigene Abwehr bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Was gerne übersehen wird: Auch solche Tees sind Arzneimittel, für die bestimmte Zubereitungsregeln gelten. |
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Der Teekonsum der Deutschen ist in den vergangenen vier Jahren pro Kopf von 24 auf 28 Liter gestiegen, hat der Wirtschaftsverband Kräuter- und Früchtetees ermittelt. Kein Zweifel also: Tee liegt im Trend. Das gilt anscheinend auch für Arzneitees, die etwa fünf Prozent des Marktanteils ausmachen. Auch wenn sie teilweise recht gut schmecken, dienen sie primär nicht dem Genuss, sondern der unterstützenden Therapie von Krankheiten oder Befindlichkeitsstörungen. |
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Die Kräfte der Tees helfen beim Gesundwerden |
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Zwar wirken in erster Linie die in den Tees befindlichen Heilkräuter segensreich, aber auch die getrunkene Flüssigkeit unterstützt die Heilung: Patienten mit Blasenentzündung beispielsweise, die viel trinken, scheiden mehr Harn aus und spülen so Krankheitserreger aus der Blase, bei einer akuten Bronchitis verflüssigt sich das Bronchialsekret, was die Heilung beschleunigen kann. Damit Arzneitees zuverlässig und immer gleich gut wirken, treiben Apotheker viel Aufwand. Die Qualitätskriterien der verwendeten Arzneipflanzen sind durch das Deutsche Arzneibuch festgelegt. Es schreibt vor, |
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welche Pflanzenarten und Pflanzenteile als Ausgangsmaterial für die Arzneitees verwendet werden dürfen; |
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wie hoch der Wirkstoffgehalt des Pflanzenmaterials mindestens sein muss; |
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welche Höchstmengen an möglichen Verunreinigungen zulässig sind. |
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Ware, die nach entsprechenden Untersuchungen diesen Anforderungen nicht entspricht, darf nicht in der Apotheke verarbeitet oder an Kunden abgegeben werden. |
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Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich getestet |
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Neben den strengen Qualitätsanforderungen wurde in den vergangenen Jahren auch kritisch geprüft, welche Heilpflanze und welche Bestandteile überhaupt eine therapeutische Wirkung haben. Denn nur weil sich in alten Kräuterbüchern ein Hinweis auf eine mögliche Wirkung findet, muss eine Heilpflanze noch lange nicht bei den überlieferten Anwendungsgebieten wirksam sein. Nicht nur einzelne Heilkräuter haben Wissenschaftler auf ihre Wirksamkeit untersucht. Auch Teemischungen sind heute nach modernen Gesichtspunkten zusammengesetzt. Das bedeutet: Die Zahl der Bestandteile ist übersichtlich, und jede enthaltene Heilpflanze trägt zur Wirkung bei. Statt geheimnisvoll zusammengesetzter Teemischungen mit ellenlangen Zutatenlisten gibt es heute für die wichtigsten Anwendungsgebiete Standardrezepturen. Das sind Teemischungen mit einer überschaubaren Anzahl von Bestandteilen, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit gut belegt sind. Wer die Kraft der Arzneitees nutzen will, hat drei Möglichkeiten: |
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Lose Tees oder Teemischungen sind am umständlichsten in der Zubereitung. Auch sind Fehler bei der Dosierung möglich. |
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Filterbeutel aus der Apotheke enthalten Arzneipflanzen oder Teemischungen in einer genau festgelegten Menge. Die Qualität ist genauso hoch wie bei loser Ware, da die Bestimmungen des Arzneibuchs auch für Filterbeutel gelten. Manche Hersteller bieten Filterbeutel mit einem speziellen Zweikammersystem an: Der Beutel bietet durch seine besondere Falttechnik eine große Oberfläche, so dass die Inhaltsstoffe der Heilpflanzen sehr gut vom heißen Wasser "herausgezogen" werden. |
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Tassenfertige Tees sind noch bequemer in der Anwendung. Sie werden einfach mit heißem Wasser übergossen. Schonende Verfahren bei der Herstellung stellen sicher, dass die volle Heilkraft der Arzneipflanzen auch im Instantpulver enthalten ist. Durch spezielle Methoden bei der Herstellung der Pflanzenextrakte können im tassenfertigen Tee auch Pflanzenwirkstoffe enthalten sein, die sich nicht in Wasser lösen und deshalb in einem normalen Aufguss fehlen. |
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Mit Tees Heilprozesse zu unterstützen ist in jedem Fall eine gute Idee. Ganz egal aber, ob Sie sich den Tee selbst machen oder eine tassenfertige Zubereitung wählen: Sie sollten das Getränk immer frisch zubereiten. Steht es zu lange, verfliegen seine wirksamen Bestandteile oder sie verändern sich, so dass die Wirkung verloren geht. |
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Tipps zur Lagerung |
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Lose Tees werden in der Apotheke in Papiertüten abgepackt. Schütten Sie den Tee dann zu Hause in ein luftdichtes, lichtundurchlässiges Behältnis aus Glas oder Metall. Plastikgefäße sind schlecht, weil sie ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe der Heilpflanzen absorbieren können. Filterbeuteltees können Sie in der Originalverpackung aufbewahren. Heben Sie sie nicht zu lange auf. Tassenfertige Tees immer fest verschließen. Die Trockenextrakte und Füllstoffe, die sie enthalten, ziehen extrem stark Wasser an, so dass sie schon bei normaler Luftfeuchtigkeit leicht verklumpen, wenn das Behältnis nicht sorgfältig geschlossen ist. |
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