Harnstoff

 

Wohltat für trockene Haut

Harnstoff wird in verschiedenen Zubereitungen und Konzentrationen zur Pflege und Behandlung trockener Haut eingesetzt. Was Harnstoff bewirken kann. Welche Dosis wann sinnvoll ist.

Wenn Sie in der Apotheke nach einer Pflegecreme für trockene Haut fragen, wird man Ihnen vielleicht ein Präparat mit Harnstoff empfehlen. Warum? Was macht Harnstoff zum idealen Pflegewirkstoff für Menschen mit sehr trockener Haut? Harnstoff (Urea) ist natürlicher Bestandteil der Hornschicht der Haut. Er kann sehr gut Wasser binden und hält somit Feuchtigkeit in der Haut. Außerdem unterstützt Harnstoff die gewünschte Abschuppung der Haut und hilft, dass sie nicht zu stark verhornt.

Harnstoff ist gut verträglich und nicht allergisierend

Fehlt der Haut Feuchtigkeit, wird sie trocken, rau, rissig, beginnt zu jucken und kann ihre Schutzfunktion gegen Angreifer wie etwa Bakterien nicht mehr so gut erfüllen. Normale gesunde Haut enthält etwa ein Prozent Harnstoff. Untersuchungen haben gezeigt, dass sehr trockene Haut oft nur die Hälfte enthält und die Haut von Neurodermitikern häufig sogar nur ein Fünftel. Harnstoff hat als natürliche, körpereigene Substanz zudem den Vorteil, dass er sehr gut verträglich ist und nicht allergisierend wirkt. Weil der Stoff Keime hemmt, lassen sich Konservierungsstoffe in Zubereitungen einsparen.

Hochkonzentrierte Präparate bei Hautkrankheiten

Hautärzte setzen Harnstoff zur Behandlung und Pflege der Haut bei Neurodermitis, Psoriasis, Ichthyosis (Fischschuppenkrankheit) und Hauterkrankungen ein, die durch die Austrocknung der Haut gekennzeichnet sind. Verwendet werden dabei meist Präparate, die zehn Prozent oder sogar noch mehr Harnstoff enthalten. In hohen Dosierungen hat Harnstoff neben der feuchtigkeitsbindenden auch juckreizstillende, schuppenlösende und hornerweichende Wirkung. Bei kranker Haut ist es zudem oft wichtig, dass die Substanz auch tiefer gelegene Hautschichten erreicht. Weil das vor allem der Fall ist, wenn Harnstoff in viel Fett verpackt ist, kommt er hier meist in fettreicheren Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O) zum Einsatz.

Niedrig konzentrierte Produkte für die Hautpflege

In Pflegepräparaten für trockene, aber gesunde Haut findet sich Harnstoff in den verschiedensten Produkten vom Waschfluid über das Shampoo bis zur Creme oder Lotion. Er trägt dazu bei, einen trockenen Hautzustand zu verbessern und zu normalisieren. Die Haut kann ihre Schutzfunktion besser erfüllen, wird geschmeidiger und sieht glatter aus. In kosmetischen Produkten steckt Harnstoff in Konzentrationen von zwei bis höchstens zehn Prozent. Bei trockener, aber gesunder Haut sind Produkte mit Konzentrationen über fünf Prozent nur zu empfehlen, wenn auch die damit einhergehende hornerweichende Wirkung erwünscht ist. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn es um die Pflege von stark verhornter und sehr trockener Haut an den Füßen geht. Dafür gibt es in der Apotheke jetzt eine neue 10-prozentige Urea-Fußcreme, die als fettreiche W/O-Emulsion zugleich wertvolle Fette liefert und dafür sorgt, dass der feuchtigkeitsbindende Effekt von Harnstoff lange vorhält. Ältere Menschen sollten nur Produkte verwenden, deren Konzentration nicht höher als zwei Prozent ist. Höher konzentrierte Zubereitungen weichen die Hornschicht zu stark auf.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


weitere Artikel im ARCHIV