Gedächtnis

 

Erinnerungen und Musik nützen dem Gedächtnis

Geistige Übungen helfen nicht nur, das Gedächtnis langfristig rege zu halten, sie können auch Demenz-Patienten dazu verhelfen, Erinnerungen zurückzugewinnen.

Geistige Fitness ist ein hohes Gut, das wir sowohl vorbeugend aufbauen können, als auch bei Erkrankungen an Demenz nachträglich zumindest wieder etwas aktivieren können. So ist heute anerkannt, dass ein regelmäßiges Training von Klein- und Großhirn das Gedächtnis langfristig fördern kann. Beispiele finden sich etwa in der Musik. So vermuten amerikanische Neurophysiologen vom Institute of Health, dass es kein Zufall ist, dass Pianisten wie Artur Rubinstein oder Vladimir Horowitz in geistiger Frische weit über 80 Jahre alt geworden sind. Sie untersuchten den Gehirnstoffwechsel von Versuchspersonen beim Musizieren. Ergebnis: Wer in die Tasten greift oder über die Saiten streicht, verdoppelt die Aktivität in Groß- und Kleinhirn. Und Forscher der Universität Hongkong konnten zeigen, dass das Wortgedächtnis von Studentinnen, die in der Kindheit mindestens sechs Jahre ein Instrument gelernt hatten, deutlich besser war als das ihrer Kommilitoninnen.

Doch auch bei Patienten, die an schleichenden Veränderungen des Gedächtnis leiden, können unter Umständen Gehirnregionen wieder aktiviert werden, so dass ihnen ein Stück Lebensqualität zurückgegeben wird. So kann das vorgelesene Wort leicht verständlicher und bekannter Texte im Kopf von Demenz- Patienten Bilder erzeugen, über die sie möglicherweise Reste der eigenen, längst verschütteten oder größtenteils zerstörten Erinnerung wiederfinden. Dies betont Professor Dr. Gerhard Köpf vom Münchener Institut für Psychiatrische Wirkungsforschung. Wichtig sei es dabei, das Vorlesen als festes Ritual in den Alltagsablauf einzubauen und angemessen langsam zu lesen, um den Patienten keineswegs zu überfordern.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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