Johanniskraut

 

Heilpflanze für die Seele

Sie ist eine der am besten erforschten Heilpflanzen: Das Johanniskraut ist ein bewährter Stimmungsaufheller. Bei leichten und mittleren Depressionen steht es den chemischen Psychopharmaka in nichts nach.

Viele Sagen ranken sich um die Heilpflanze mit dem botanischen Namen Hypericum perforatum. Einer Legende zufolge soll sie aus dem Blut von Johannes dem Täufer entstanden sein. Über Jahrhunderte hinweg wurde sie bei allerlei Leiden eingesetzt. Mittlerweile ist die Wirkung des Krauts bei leichten und mittelschweren Depressionen wissenschaftlich nachgewiesen.

Das Kraut beeinflusst Botenstoffe im Gehirn

Johanniskraut-Extrakt enthält Stoffe, die für die antidepressive und angstlösende Wirkung verantwortlich sind. Zahlreiche Studien zeigten, dass der Extrakt die Botenstoffe im Gehirn beeinflusst. Er enthält antibakteriell und antiviral wirksame ätherische Öle sowie entzündungshemmende Gerbstoffe.

Tipps zur Anwendung von Johanniskraut

Johanniskrautpräparate sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Da in Fertigpräparaten die Wirkstoffmenge unterschiedlich hoch ist, sollten Sie sich nach den Empfehlungen der Gebrauchsanweisung oder in der Apotheke nachfragen.

Im Gegensatz zu speziell aufbereiteten Johanneskrautauszügen kann mit einem Tee die notwendige Dosis der Arzneiwirkstoffe nicht erreicht werden.

Äußerlich angewendet lindern Johanniskrautölpräparate leichte Verbrennungen, stumpfe Verletzungen und Muskelschmerzen.

Bevor nach Einnahme von Johanniskraut-Präparaten die volle Wirkung erreicht ist, vergehen einige Wochen. Geben Sie also nicht auf, die lange Dauer bis zum spürbaren Effekt ist ganz normal.

Nicht geeignet ist Johanniskraut, wenn eine Lichtüberempfindlichkeit bekannt ist. Während der Behandlung sollte übermäßige UV-Strahlung (z.B. ausgedehnte Sonnenbäder oder in Solarien) vermieden werden. Besonders wichtig ist dieser Hinweis für hellhäutige Personen: Sie reagieren mit dem Präparat empfindlicher auf UV-Strahlung und können deshalb schneller als sonst einen Sonnenbrand bekommen.

Wenn Sie gleichzeitig andere Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie zunächst Ihren Arzt konsultieren oder den Apotheker fragen.

Kennzeichen: Roter Saft in gelber Blüte

Zerreibt man die gelben Blütenblätter zwischen den Fingern, verfärben sie sich blutrot – ein Hinweis auf den rot gefärbten Wirkstoff Hypericin. Johanneskraut wird in voller Blüte geerntet. Zwar wächst die Pflanze in unseren Breiten auch wild, für die Arzneimittelproduktion werden jedoch nur Kulturpflanzen verwendet.

Die Wirkung des Krauts unterstützen

Durch eine Änderung des Verhaltens können Sie das Johanniskraut in seiner Wirkung unterstützen. Versuchen Sie, Stress abzubauen und lernen Sie, bewusst zu entspannen. Kommen Sie jedoch trotz allem aus Ihrem Stimmungstief nicht heraus, dann sollten Sie auch menschliche Hilfe suchen.

(Quelle: Apotheken Umschau)

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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