Krebsbehandlung

 

Radiowellen zerstören Tumoren

Mit Hitze-Sonden können Ärzte Tumoren in der Leber einschmelzen. Für manche Patienten kann das eine Alternative zur belastenderen Operation sein.

Tochtergeschwulste (Metastasen) sind das, was Arzt und Patient bei einer Krebserkrankung mit am meisten fürchten. Streuen die Tumorzellen nämlich über Blut- und Lymphgefäße in andere Organe, verschlechtern sich die Heilungsaussichten, die Behandlung wird schwieriger. In der Leber bilden sich besonders häufig Metastasen – vor allem beim Dickdarmkrebs, denn das Blut fließt aus den Darmgefäßen zunächst in die Leber.

Bis vor kurzem konnten Ärzte diese Tochtergeschwulste nur in einer Operation entfernen – ein Eingriff, der nicht für alle Patienten in Frage kommt. Eine Alternative könnte die Behandlung mit hochfrequenten Radiowellen sein: Die Ärzte punktieren die Leber mit kleinen Sonden, die an genau festgelegten Stellen eine starke Hitze erzeugen. Die konzentrierte Wärme zerstört das Tumorgewebe, schont aber die umliegenden Leberareale, weil die Mediziner die Sonden unter ständiger Röntgenkontrolle im Gewebe platzieren und die Wärmeausbreitung gut abschätzen können.

"Für die Patienten ist der Eingriff im Vergleich zur Operation wenig belastend, außerdem müssen sie nur kurze Zeit in der Klinik bleiben", beschreibt Privatdozent Dr. Thomas Helmberger vom Uni-Klinikum München-Großhadern die Vorteile. Die Radiowellen-Therapie eignet sich für Patienten, bei denen die Ärzte maximal fünf Leber-Metastasen (nicht mehr als fünf Zentimeter Durchmesser) feststellen.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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