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Schnupfen richtig behandeln |
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Zwei Stadien, zwei Strategien |
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Schnupfen ist das häufigste Symptom einer Erkältung. Meist verläuft er in zwei Stadien. Wie Sie ihn am besten loswerden, welche Fehler Sie vermeiden sollten, und wann ein Schnupfen gefährlich wird. |
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Zwei- bis dreimal im Jahr erwischt es fast jeden: Die Nase läuft, Niesreiz plagt, und zu allem Überfluss schwellen später auch noch die Nasenschleimhäute zu – das Atmen fällt schwer. Erkältungskrankheiten sind in Deutschland der häufigste Anlass für Arztbesuche und stehen mit 26 Prozent auf der Liste der Krankschreibungen ganz oben. |
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Vorschnell wird von "Grippe" gesprochen |
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Der "grippale Infekt" hat nichts mit einer Virusgrippe zu tun. Vielmehr steckt meist einer von etwa 200 Erkältungsviren-Typen dahinter, die in Deutschland die Runde machen. Schnupfen gehört zu den ersten Anzeichen eines herannahenden Infekts. Aber was genau passiert eigentlich bei einem Schnupfen? |
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Übertragung durch die Atemluft |
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Die Viren gelangen durch eine Tröpfcheninfektion über die Atemluft in Nase und Rachen. Dort lösen sie zunächst eine Entzündungsreaktion der Schleimhäute hervor: Die Viren dringen in die Zellen ein, vermehren sich darin und lassen die Schleimhautzellen schließlich platzen. |
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Das Immunsystem reagiert prompt: Die Schleimhaut wird verstärkt durchblutet und schwillt dadurch an. Gleichzeitig erhöht sich die Durchlässigkeit der Blutgefäße, so dass wässrige Blutbestandteile und Abwehrzellen ins Gewebe gelangen, die die Erkältungsviren bekämpfen. Das Ergebnis ist ein Fließschnupfen: Die Nase läuft, häufig quält ein ständiger Niesreiz. |
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Den lästigen Fließschnupfen lindern |
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Der Fließschnupfen ist zwar unangenehm, hat aber durchaus eine heilsame Wirkung: Er spült neben Schmutzpartikeln auch Krankheitserreger aus der Nasenschleimhaut aus. Am besten unterstützen Sie Ihren Körper bei diesem Säuberungsprozess. |
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Nasenspülungen unterstützen die Schleimhaut bei der Virenabwehr. Spezielle Nasenduschen erhalten Sie in der Apotheke. Verwenden Sie am besten fertige Salzlösungen in festgelegter Konzentration. Eine Nasendusche hilft nicht nur durch den mechanischen Effekt des Ausspülens, sie verflüssigt auch das Sekret. |
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Zusätzlich können Inhalationen hilfreich sein. Damit Sie danach keine roten Augen bekommen oder sich gar verbrühen, sollten Sie sich aus der Apotheke einen Tisch-Inhalator besorgen. So kann der Dampf gezielter wirken, und Sie benötigen in der Regel weniger Inhalationslösung. |
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Zum Verdampfen eignen sich vor allem ätherische Öle (z.B. Eukalyptus, Kamille, Thymian, Pfefferminz). Sole-Zubereitungen enthalten viel Natrium-Bicarbonat. Dieses hilft der Schleimhaut, sich zu regenerieren. Für die Sole-Lösung benötigen Sie einen speziellen Vernebler. |
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Sehr wohltuend sind auch ansteigende Fußbäder: Forscher haben festgestellt, dass sie zu einer deutlich erhöhten Durchblutung der Schleimhäute in den oberen Atemwegen führen. Ein altes Hausmittel hat somit den Segen der Wissenschaft. Voraussetzung für die Wirkung ist jedoch, dass Sie das Fußbad richtig durchführen: Erhöhen Sie die Temperatur des Badewassers langsam (über 10 bis 15 Minuten) von 37 auf 42 Grad Celsius. |
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Stopfschnupfen: Den Atem befreien |
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Meist bleibt es nicht bei der laufenden Nase. Die Adergeflechte, die beim Atmen die Luft erwärmen dehnen sich bei einer Erkältung schnell aus. In der Folge schwillt die Schleimhaut bis zu einer Dicke von mehreren Millimetern an, die Nase ist verstopft. Oft leidet auch der Geruchssinn, weil die Atemluft wegen der Schwellung nicht mehr zu den Riechzellen der Nase gelangt. |
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Eine verstopfte Nase ist jedoch nicht nur lästig, sie kann sogar gefährlich werden: Die Schleimhautschwellung verlegt unter Umständen die Verbindung zwischen Nase und Nasennebenhöhlen. Dort produziertes Sekret kann dann nicht mehr abfließen. Der gestaute Schleim bietet Krankheitskeimen ideale Bedingungen – aus einer banalen Erkältung kann auf diese Weise eine ernste Nasennebenhöhlenentzündung werden. |
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Lassen Sie es nicht soweit kommen – Was Sie gegen Stopfschnupfen tun können: |
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Probate Mittel gegen eine verstopfte Nase: Nasentropfen oder –pumpsprays mit Wirkstoffen wie Xylometazolin, Oxymetazolin oder Tramazolin (alle rezeptfrei erhältlich). Sie verengen die Gefäße, die Schwellung der Schleimhaut geht dadurch zurück. Verwenden Sie die abschwellenden Mittel jedoch maximal dreimal täglich und nicht länger als fünf Tage hintereinander, sonst trocknet die Schleimhaut aus. |
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Inhalationen mit ätherischen Ölen helfen ebenfalls. Sie reizen die Kälterezeptoren in der Schleimhaut und wirken dadurch abschwellend. Außerdem verflüssigen sie das Sekret. |
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Tipp: abschwellende Nasentropfen oder –sprays etwa 15 bis 30 Minuten vor der Inhalation anwenden – dann können die heilsamen Dämpfe besser wirken. |
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