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Insulin-Spritze |
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Marburger Wissenschaftler sind Wachstumshormonen für "altersschwache" Insulinzellen auf der Spur. |
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Beim Typ-II-Diabetes, früher auch Alterszucker genannt, stellen im Verlauf der Erkrankung die Insulin-produzierenden Zellen (Betazellen) der Bauchspeicheldrüse ihre Arbeit immer mehr ein. Mit der Folge, dass Insulin gespritzt werden muss, um den Blutzucker des Patienten normal zu halten. Die Funktion der Betazellen wird dabei durch zwei Darmhormone entscheidend beeinflusst, das "Glucagon-like Peptide-1" (GLP-1) sowie das "Glucose-abhängige Insulin freisetzende Peptid"; (Glucose-dependent insulinotropic peptide", GIP). Diese Hormone werden im Dünndarm gebildet und steigern die Insulinfreisetzung aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse. |
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Darmhormone fördern Zellwachstum |
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In einer Arbeitsgruppe des Zentrums für Innere Medizin im Klinikum der Philipps-Universität Marburg – Schwerpunkt Gastroenterologie und Stoffwechselkrankheiten – wurde kürzlich entdeckt, dass eines dieser Darmhormone, das "GIP", auch die Insulin-produzierenden Zellen zum Wachsen bringt und einen vorzeitigen Zelltod verhindert. Dabei werden mehrere Wachstumssignalketten in den Zellen aktiviert, die zudem noch eng miteinander vernetzt sind. |
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Neue Perspektiven für Diabetes-Therapie |
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Diese Ergebnisse, die beim Internationalen Endokrinologenkongress in Denver (USA) auf großes Interesse gestoßen sind, sind der erste Schritt auf dem Weg zu einer "Verjüngungskur" der "Insulinfabriken" im Verlauf des Typ-2 Diabetes. "Die beiden Hormone kennt man eigentlich schon lange. Neu aber ist die Erkenntnis, dass sie auch das Wachstum der Betazellen fördern", sagt Dr. Dieter Hörsch, dessen Arbeitsgruppe sich mit Grundlagenforschung im Bereich der experimentellen Diabetes-Therapie beschäftigt. "Sie eröffnen möglicherweise Perspektiven für eine neue Diabetes-Therapie, die in Zukunft ohne das Spritzen von Insulin auskommt", betont Hörsch. Mit den ersten anwendbaren Ergebnissen für das GLP-1 rechnet er in rund fünf Jahren, beim GIP kann es auch noch bis zu zehn Jahre dauern. |
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(Quelle: DiabetesPro.de, idw) |
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