Augentrockenheit bei Schwangeren

Kontaktlinsen können während der Schwangerschaft plötzlich zum Problem werden. Die Augen fangen an zu jucken, röten sich, und die kleinen Kunststoffscheiben fühlen sich wie lästige Fremdkörper an.

Woher kommen die trockenen Augen?
Durch die Hormonumstellung in der Schwangerschaft kann sich die Zusammensetzung des Tränenfilms verändern. Der Tränenfilm überzieht das Auge und schützt die Hornhaut vor dem Austrocknen.
Er besteht aus einem fetthaltigen Anteil, einem wäßrigen Anteil und einer Schleimschicht. Durch jeden Lidschlag wird das Gemisch neu auf das Auge "aufgetragen". In der Schwangerschaft, aber auch bei Einnahme der Antibabypille kann sich das Verhältnis der drei Anteile zueinander ändern.
Dann reißt der Tränenfilm zwischen dem Lidschlag zu schnell auf, und trockene Stellen entstehen.
Wie können Sie sich helfen?
Auf Kontaktlinsen verzichten müssen Sie erst einmal nicht. Versuchen Sie, in den Zimmern Ihrer Wohnung eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit von 55 bis 65 Prozent zu erzeugen (z.B. mit Raumluftbefeuchtern).
Vermeiden Sie es, sich in trockener Luft aufzuhalten (Klimaanlage, überheizte Räume). Gehen Sie viel ins Freie, schützen Sie sich dabei aber vor Wind und Zugluft. Halten Sie sich auch nicht in verrauchten Räumen auf, der Qualm von Zigaretten reizt die Bindehaut und reduziert die Stabilität des Tränenfilms. 
Künstliche Tränen aus der Apotheke ergänzen den Tränenfilm. Die Tropfen enthalten neben Wasser und Salzen z.B. die Wirkstoffe Hypromellose oder Polyvinylalkohol.
Bei bereits gereizten Augen hilft der Wirkstoff Dexpanthenol. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, ob sich die Tropfen oder Gele für Ihre Kontaktlinsen eignen. 
Wenn sich die Beschwerden trotzdem nicht bessern, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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