Gesunde Füße

 

Nagelpilz loswerden

Etwa jeder achte Bundesbürger hat einen Nagelpilz – viele nehmen die Erkrankung nicht ernst. Ein unbehandelter Nagelpilz kann jedoch gefährlich werden.

Jeder Achte von uns, so die Statistik, hat bereits einen Nagelpilz. Gefährdet sind vor allem Menschen mit Diabetes und Durchblutungsstörungen. Zu der Risikogruppe gehören aber auch Sportler, die mit ihren Zehen vorne immer wieder an den Schuh stoßen und sich so unbemerkt kleine Risse an Zehen und Zehennägeln zuziehen.

Die wichtigsten Alarmzeichen

Schuld an der Infektion sind in 85 Prozent der Fälle Dermatophyten, das sind Fadenpilze, seltener Hefe- oder Schimmelpilze. Ihnen genügt bereits ein feinster Riss in der Haut – sekundenschnell dringen sie ein und vermehren sich durch Aussprossung und Sporenbildung. Gelblich verfärbte Nagelplatten, brüchige, unnatürlich dicke Nägel an Zehen, seltener an Händen, sind erste alarmierende Zeichen. Nistet sich der Pilz erst mal im Nagelbett ein, stört er die Verhornung der Nagelplatte. Sie verdickt sich und bekommt eine ungleichmäßige Struktur. Ist die Nagelplatte befallen, hebt sich der Nagel unschön ab und fängt an zu krümeln.

Die meisten stecken sich zu Hause an

"Ein Nagelpilz ist meist die Folge einer nicht auskurierten Hautpilzerkrankung", sagt der Dermatologe Professor Dr. med. Jörg Prinz, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum der Universität München. "Die Erreger finden sich vor allem in Bereichen, in denen barfuß gelaufen wird", so Prof. Prinz. Die Ansteckung erfolge aber nicht im direkten Kontakt. Vielmehr geschehe dies durch kleinste, von Pilzen befallene Hautschuppen. Experten vermuten, dass die größte Ansteckungsgefahr zu Hause, im Kreis der Familie bestehe.

Unbehandelter Nagelpilz kann gefährlich werden

"Die geschädigten Nagelbereiche bilden erst die Eintrittspforte für gefährliche Bakterien", warnt Prof. Prinz. "Solche Infektionen können gerade bei abwehrgeschwächten Menschen wie Diabetikern dramatisch verlaufen und in schweren Fällen selbst zur Blutvergiftung oder Amputation des Unterschenkels führen." Die Behandlung eines Nagelpilzes kann sich über viele Monate hinziehen, denn zur Abheilung muss der behandelte Nagel erst völlig herauswachsen. Dabei drohen immer wieder Rückfälle, wenn die Behandlungsanweisungen nicht konsequent eingehalten werden.

Was Menschen mit Nagelpilz beachten sollten

Tragen Sie auch in Ihren eigenen vier Wänden immer Socken, um andere nicht anzustecken.

Wechseln Sie täglich Ihre Strümpfe, und benutzen Sie Handtücher nur einmal. Waschen Sie diese bei mindestens 60 Grad, beispielsweise mit pilztötenden Waschmitteln (Wirkstoff: Bifonazol).

Meiden Sie Strümpfe und Schuhe aus synthetischem Material, da die Füße darin unnötig schwitzen. Schuhe können Sie beispielsweise mit speziellen Pilz-Sprays aus der Apotheke desinfizieren.

Trocknen Sie die Zehenzwischenräume nach jedem Duschen oder Baden besonders sorgfältig ab. Stäuben Sie Schweißfüße regelmäßig mit einem Fußpuder ein.

Hilfe aus der Apotheke

Medizinische Lackzubereitungen aus der Apotheke mit den Wirkstoffen Ciclopirox und Amorolfin werden hauchdünn auf die Nageloberfläche aufgetragen. Sie sind farb- und geruchlos und versiegeln den Pilz. Das ist sehr wichtig, denn von bereits befallenen Stellen breitet sich der Pilz besonders leicht aus. Die Lackzusammensetzung sorgt dafür, dass der Wirkstoff des Präparates gleichmäßig an den kranken Nagel abgegeben wird.

Sind mehr als die Hälfte der Nagelplatte befallen, verschreibt der Arzt im Allgemeinen eine Kombinationstherapie mit Tabletten, die pilzabtötende Wirkstoffe enthalten.

Da sich Nagelpilze häufig ausdehnen, müssen angrenzende Hautstellen mit behandelt werden. Geeignet sind Lösungen, Salben oder Puder mit den Wirkstoffen Clotrimazol, Ciclopirox, Econazol, Ketoconazol, Monoconazol, Terbinafin, Isoconazol und Bifonazol.

© Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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