| Bier auf Wein ? |
| "Bier auf Wein, das lass sein.
Wein auf Bier, das rat’ ich dir", reimt der Volksmund. Handelt es sich dabei nur um einen Spruch, oder steckt möglicherweise doch mehr dahinter? |
| Es sitzen ein paar Freunde in fröhlicher Runde beisammen, man hat auch schon den einen oder anderen Schoppen Wein getrunken, da begeht einer einen großen Fehler: Er bestellt sich ein Pils. "Bier auf Wein, das lass sein!", tönen wie auf ein geheimes Zeichen die anderen am Tisch im Chor. |
| Natürlich kennt jeder von uns den Spruch. Und auch die Fortsetzung: "Wein auf Bier, das rat’ ich dir." Was will uns der Volksmund damit sagen? Spielen sich in unserem Körper komplizierte biochemische Prozesse ab, wenn im Magen der friedliche Alkohol des Mosts von der bierischen Kohlensäure aufgewirbelt wird? |
| Medizinisch schwer begründbar |
| Wir fragten Prof. Christiane Bode vom Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaften der Uni Hohenheim. Doch auch sie konnte keine wissenschaftlich fundierte Erklärung finden. "Es geht da wohl eher um ein ethisches Problem", vermutet die Ernährungsphysiologin, "man soll halt den edlen Wein nicht mit billigem Bier zuschütten." |
| Zu einem ähnlichen Fazit gelangt Manfred V. Singer, Professor für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie an der Uni Heidelberg und seit 25 Jahren Alkoholforscher: "Da hat wohl jemand seine eigenen negativen Erfahrungen in einen Reim gepackt. Vielleicht hat er Kopfweh bekommen, oder ihm ist schlecht geworden – verallgemeinern und medizinisch begründen lässt sich das jedoch nicht." |
| Bier treibt den Alkoholspiegel in die Höhe |
| Eine Erkenntnis aus der Gerichtsmedizin könnte dem Spruch vielleicht zumindest nachträglich eine gewisse Berechtigung verschaffen: Man stellte fest, dass Alkohol aus Wein nicht so schnell resorbiert wird wie der aus Bier. Durch das Weintrinken wird also zunächst langsam ein Alkoholspiegel aufgebaut, den das Bier danach dann schnell in die Höhe treibt. |
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