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Weinlese
Weintrauben versüßen den Herbst
Schon wenn sie am Rebstock reifen, lassen Weintrauben ihren vielen Freunden das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dann verlocken Berge weißer und blauer Trauben auf Marktständen zum Zugreifen. In der Küche und auf dem Teller spielen die Früchte der Weinrebe Vitis vinifera schließlich ihre ganze Vielfalt aus: Kaum ein anderes Obst mundet so gut in so vielen verschiedenen Zubereitungen.
Trauben: Vielfältiger Genuss
Die süßen saftigen Beeren schmecken pur und bereichern sowohl süße als auch pikante Gerichte. Zu Saft gepresst oder als Rosinen getrocknet garantieren sie das ganze Jahr über Genuss. Weinliebhaber vergöttern kunstvoll vergorenen Rebensaft seit der Antike. Und nicht zuletzt bereichert ein guter Weinessig die Küche, gilt das wertvolle Öl aus den Kernen der Frucht als besondere Delikatesse.
Förderlich für die Gesundheit
Für den herbstlichen Genuss sprechen nicht nur kulinarische Gründe. Trauben liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Schnell verwertbare Zucker sorgen für sofortigen Energienachschub. Wegen ihrer anregenden Wirkung auf Magen und Darm gelten Trauben als »entschlackend«. Und wer seinem Roten oder Weißen in Maßen zuspricht, kann sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.
Trauben als natürlicher Stress-Killer
Trauben bestehen zu 80 Prozent aus Wasser; der Rest enthält vor allem Trauben- und Fruchtzucker (Glukose und Fruktose). Beide gehen rasch ins Blut und liefern somit schnell Energie. Müdigkeit und Konzentrationsmangel gehen zurück. Dies und ihr hoher Gehalt an B-Vitaminen machen Trauben zum natürlichen Anti-Stress-Mittel. Trauben versorgen den Organismus mit wichtigen Mineralstoffen – allen voran Kalium. Dieser Gegenspieler des Natriums wirkt entwässernd und Blutdruck senkend. Reichlich Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen liefern auch Rosinen in konzentrierter Form. Als kleiner Snack bringen die an der Luft getrockneten, zuckerhaltigen Beeren verbrauchte Energie rasch zurück.
Gesundheitsplus: Bioaktive Substanzen
Welche besonderen gesundheitlichen Schätze Trauben bergen, erkannten Wissenschaftler erst vor rund 20 Jahren, als sie auf die so genannten sekundären Pflanzenwirkstoffe stießen. Diese bioaktiven Substanzen geben Pflanzen unter anderem ihre Farbe, schützen sie vor Schädlingen oder regulieren Wachstum und Reife. Im menschlichen Körper entfalten sie viele gesundheitsfördernde Wirkungen: Sie neutralisieren schädliche Sauerstoffverbindungen, und manche wirken Krebs hemmend, antibakteriell oder gefäßschützend. Trauben bieten ein ganzes Arsenal an diesen bioaktiven Substanzen: Die Ellagsäure – die nur in bestimmten Nüssen und Beeren enthalten ist – erwies sich in mehreren Tierstudien als stark Krebs hemmend. Ähnliches gilt für die Phenole Querzetin, Katechin sowie Resveratrol, das sich in der Schale vollreifer Früchte konzentriert. Diese Phenole hemmen nicht nur die Bildung von Tumoren, sie schützen auch die Gefäße und beugen damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor: Sie hemmen die Verklumpung von Blutplättchen und mindern das Thrombose-Risiko. Phenole beeinflussen den Cholesterin-Spiegel günstig und wirken der Arteriosklerose (»Arterienverkalkung«) entgegen. Ähnliche Effekte erzielen auch die Anthozyane, die zu den Flavonoiden zählen und blauen Traubensorten ihre dunkle Tönung verleihen.
"Traubenernte" im Supermarkt: Unsere Einkaufstipps
Trauben reifen – im Gegensatz zu vielen anderen Obstsorten – nicht nach. Ein genauer Blick oder eine Kostprobe vor dem Kauf lohnt sich. Vor allem in der Frühsaison von Juli bis August lassen sehr grüne »weiße« Trauben und helle »blaue« viel Säure und wenig Süße erwarten. Gerade richtig sind Beeren, die prall und noch fest am Stiel sitzen. Lose Früchte weisen dagegen auf Überreife hin. Nach dem Kauf sollten Trauben kühl und lichtgeschützt lagern und innerhalb weniger Tage verzehrt werden. Häufig überzieht ein dünner, weißlicher Film die Beeren. Dieser Kondensniederschlag schützt die Früchte; waschen Sie Trauben deshalb erst kurz vor dem Verzehr. Die gründliche Reinigung mit heißem Wasser entfernt auch Reste von Pflanzenschutzmitteln – die einzigen Probleme bei dem ansonsten rundum gesunden Obst. Als Alternative bieten sich rückstandsfreie Früchte aus kontrolliertem ökologischem Anbau an.
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