Fenchel

 

Gesunde Knolle, heilsame Früchte

Fenchel löst Krämpfe. Das macht ihn doppelt wirksam: Er lindert Verdauungsprobleme und hilft bei Husten.

Fenchel gehört zur Familie der Doldenblütler und gedeiht in der trockenen Buschlandschaft des Mittelmeergebietes. Weil die Pflanze heilende Kräfte besitzt und zusätzlich gut schmeckt, ist die Nachfrage nach den süßlich-aromatischen Früchten groß. 

Der Einsatz als Gewürz hängt mit der arzneilichen Wirkung des Fenchels zusammen: Sein ätherisches Öl wirkt krampflösend und macht damit blähende Speisen bekömmlicher. Außerdem tötet das Öl Krankheitskeime und wirkt auf diese Weise wie ein natürliches Konservierungsmittel. 

Mehrere Arten der Wirksamkeit

Als Arznei zugelassen sind Fenchelfrüchte bei Magen-Darm-Problemen wie Blähungen oder krampfartigen Bauchschmerzen, sowie als Auswurf förderndes Mittel bei Katarrhen der oberen Atemwege. 

Gegen Husten wirkt Fenchel sogar dreifach: Erstens lockern die Stoffe im ätherischen Öl die Bronchialmuskulatur, die sich beim Hustenstoß dadurch weniger verkrampft. Zweitens regen sie die Zellen der Bronchialwand an, vermehrt dünnflüssiges Sekret zu bilden – dieses kann leichter abgehustet werden. Drittens setzt das Öl den Krankheitserregern durch seine desinfizierende Wirkung zu. 

In welcher Form Fenchel eingesetzt wird, richtet sich nach dem Anwendungsgebiet:

  • Anwendung als Tee
    Als Tee ist Fenchel universal einsetzbar. Er wirkt gegen Erkältungen und Verdauungsbeschwerden. 
    Und so wird’s gemacht: Einen Teelöffel voll Fenchelfrüchte im Mörser zerstoßen. Übergießen Sie sie mit einer Tasse siedendem Wasser und lassen Sie das Ganze zugedeckt zehn Minuten ziehen, dann abseihen. Soweit nicht anders verordnet, täglich zwei bis drei Tassen trinken.
    Das Zerkleinern der Früchte kann Ihnen übrigens auch der Apotheker abnehmen. Kaufen Sie sich nur so viel Fenchelfrüchte, wie Sie in einem Monat verbrauchen. Lagern Sie die gequetschten Früchte luftdicht verschlossen und vor Licht geschützt. 
  • ...als Sirup und Honig
    Fenchel-Sirup und Fenchelhonig gibt es als Fertigpräparate. Sie werden aus Zuckersirup oder Honig und Fenchelöl hergestellt. Anwendungsgebiet: Katarrhe der Atemwege. 
  • ...als Bonbon
    Hustenbonbons mit Fenchel helfen zweifach: Neben der heilenden Wirkung regen sie die Speichelbildung an. Auf der feuchten Mundschleimhaut kann das Immunsystem die eindringenden Krankheitskeime besser bekämpfen. 
  • ...als Öl und Salbe
    Blähungen im Säuglings- und Kleinkindalter lassen sich auch von außen behandeln: In der Apotheke gibt es Salben und Öle auf Fenchelöl-Basis. Um die Wirkung zu ergänzen, können auch ätherische Öle von Kümmel, Anis oder Koriander enthalten sein. Solche "Windsalben" oder "Windöle" werden mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn einmassiert. Das Massieren in diese Richtung entspricht dem Verlauf des Dickdarms und fördert die Wirkung. 
  • Für Schwangere nicht geeignet 

    Fenchelöl enthält den Stoff Estragol, der für Schwangere und kleine Kinder bedenklich ist – er kann bei empfindlichen Menschen Unverträglichkeiten auslösen. Schwangere und kleine Kinder sollten deshalb nicht mit reinem ätherischen Fenchelöl behandelt werden. In verdünntem Fenchelöl oder im Tee ist die Estragol-Konzentration so gering, dass auch Schwangere und Kleinkinder diese Präparate problemlos anwenden können.

    © Wort und Bild-Verlag, Baiersbrunn


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