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Darmkrebs |
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"Münchner Erklärung" |
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Mediziner sagen Darmkrebs den Kampf an |
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Jedes Jahr sterben in Deutschland etliche Tausende Menschen an Darmkrebs. Dabei hätten neun von zehn Darmkrebspatienten sehr gute Heilungschancen, wenn sie die Möglichkeiten zur Früherkennung nutzen würden. Aus diesem Grund haben sich jetzt führende Mediziner Deutschlands zusammengeschlossen und eine Leitlinie zur Eindämmung des Darmkrebs verfasst. |
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Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Tumorart. Jedes Jahr fordert dieser Krebs über 30.000 Tote. Jährlich wird bei 55.000 Bundesbürgern diese Krankheit diagnostiziert. |
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Ausgangspunkt des Darmkrebs sind fast immer zunächst gutartige Darmpolypen – kleine Schleimhaut-Geschwulste. Aber auch genetisch bedingte Grunderkrankungen oder chronische Darmerkrankungen können die Ursache sein. Fettreiche und ballaststoffarme Ernährung scheint die Entstehung von Darmkrebs zu begünstigen. |
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Akzeptanz der Früherkennung erhöhen |
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Die Heilungsaussichten sind umso größer, je früher die Darmpolypen diagnostiziert und entfernt werden. Doch noch immer werden die Früherkennungsuntersuchungen von den meisten Bundesbürgern nicht wahrgenommen. Chancen auf frühzeitige und vollständige Heilung werden so vergeben. Zehn führende Mediziner Deutschlands haben sich aus diesem Grund in der Felix-Burda-Stiftung mit Sitz in München zusammengeschlossen und dem Darmkrebs den Kampf angesagt: Ziel ihrer "Münchner Erklärung" ist es, Akzeptanz und Inanspruchnahme der Früherkennungsmaßnahmen in der Bevölkerung zu erhöhen. |
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Darmkrebs schon im Vorfeld dingfest machen |
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Die effektive Früherkennung von Darmkrebs sieht folgendermaßen aus: |
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Zunächst wird in einem ärztlichen Gespräch die persönliche und familiäre Krankengeschichte erfragt und so das Risiko für Darmkrebs abgeklärt |
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Ab dem 45 Lebensjahr sollte jährlich ein Test auf Blut im Stuhl (fäkaler Okkultbluttest) durchgeführt werden. |
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Bei positivem Stuhltest ist eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) nötig. Mit diesem Verfahren können Vorstufen und frühe Formen von Darmkrebs erkannt und gleichzeitig entfernt werden. |
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Ab dem 50. Lebensjahr sollte jeder Bundesbürger alle zehn Jahre eine Darmspiegelung vornehmen lassen. Allein davon versprechen sich die Verfasser der "Münchner Erklärung" eine Senkung der Darmkrebssterblichkeit um 80 bis 90 Prozent. |
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Menschen mit familiär gehäuftem Darmkrebs oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen müssen auf das erhöhte Darmkrebs-Risiko hingewiesen werden. Sie sollten gemeinsam mit ihrem Arzt eine individuelle Darmkrebsvorsorge planen und durchführen. |
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Die Verfasser der "Münchner Erklärung" haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Innerhalb von drei Jahren soll die Teilnehmerrate der Darmkrebs-Früherkennung in den gefährdeten Bevölkerungsgruppen auf mindestens 60 Prozent gesteigert werden. Durch flächendeckende Früherkennung und das Entfernen von Krebsvorstufen soll die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Darmkrebs in den nächsten fünf Jahren um die Hälfte reduziert werden. |
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